- Startseite
- News und Information
- Mittelamerika
Mittelamerika
- Von Philipp Rüger
- Veröffentlicht 10.08.07
- News und Information
- Nicht beurteilt
Am Golf von Mexiko setzt der Übergang von Nordamerika über die karibischen Inseln nach Südamerika ein. Mexiko zählt zwar zur nördlichen Landmasse, gehört aber bereits zu der Übergangsregion, da es vom Südrand des nordamerikanischen Wüstengürtels bis in die feuchtwarmen Subtropen hineinreicht und an der atlantischen Küste sogar echtes tropisches Tiefland aufweist. In der östlichen und westlichen Sierra Madre Mexikos und in den mittelamerikanischen Gebirgen setzt sich die westliche Gebirgskette fort, um schließlich in die südamerikanische Kordillere zu münden. Zum größten Teil zeigt Mexiko den Charakter eines trockenen tropischen Hochlandes und hebt sich dadurch vom übrigen Mittelamerika ab. Tropisches Hochlandklima besteht nur in Guatemala. Sonst herrschen feuchtwarme bis feuchtheiße Temperaturen vor. Die gesamte Ostabdachung der Landbrücke erhält lange andauernde Passatregen, so dass eine eigentliche Trockenzeit fehlt. In der westindischen Inselwelt sind die klimatischen Verhältnisse ähnlich gelagert. Tieflandklima herrscht stark vor. Kälteeinbrüche, wie sie in Mexiko und Mittelamerika auftreten, fehlen fast völlig. Zum westindischen Archipel gehören die Bahama-Inseln, die Großen und die Kleinen Antillen; die letzteren werden auch »Inseln über dem Winde« genannt, worin die Bedeutung der Passate für diesen Bereich zum Ausdruck kommt. Mittelamerika und der karibische Inselbogen gehören zu jenem Teil der Erdoberfläche, den die jungen Gebirgsbewegungen geprägt haben. Einbrüche des Jungtertiär ließen tiefe Meeresbecken entstehen. Heute noch wirken die tektonischen Kräfte in zahlreichen Vulkanen. Am berüchtigtsten ist der Mont Pele auf Martinique, dessen Ausbruch 1902 den 30 000 Bewohnern der Stadt St. Pierre in wenigen Minuten das Leben kostete.
Die Ostabdachung der mittelamerikanischen Gebirge Mexikos und der höheren Antilleninseln bedeckt üppiger tropischer Regenwald mit außerordentlichem Pflanzenreichtum, darunter Palmen im Tiefland und Farnbäumen im Hochland. Die trockenen, hoch gelegenen Gebiete tragen weitständigen, laubabwerf enden Trockenwald oder Dornbusch mit Kakteen und Agaven. Dazwischen liegen weite, offene Grasländer oder Wüstensteppen eingestreut. Die Nicaragua-Senke bildet die Scheidelinie zwischen der subtropischen und der rein tropischen Pflanzenwelt. In Mexiko und Mittelamerika überwiegen im Hochland nordamerikanische, im Tiefland und auch auf den westindischen Inseln südamerikanische Wildtiere. An südamerikanischen Arten finden sich in Mittelamerika und Westindien, neben Pumas und einer Reihe von Hirscharten Gürteltier, Faultier, Ameisenbär und verschiedene Affenarten.






