Wenn wir uns dem Thema der Handlinien widmen und wie diese entstehen, so muss ich zuerst mal anmerken, dass sich bis heute kaum jemand darüber Gedanken gemacht hat, warum sie erscheinen und wie sie in Bezug zu unserem ganzen Organismus stehen.

Noch nie haben sich die Kritiker die Mühe gemacht, herauszufinden, welchen Hintergrund die These der Handlesekunst untermauert. Nach meiner Meinung muss man sich aber schon richtig mit dem Thema befassen, bevor eine Kritik abgegeben werden kann. Und dies gilt natürlich in jedem Wissensbereich.

Aber auch die Zunft der Handleser (zumindest die unseriösen) hat keinen blassen Schimmer, warum sich in unseren Händen und Füßen Zeichen bilden, die sich mitunter verändern und doch einen einheitlichen Grundcharakter aufweisen. In Bezug zur natürlichen Lage und Formation der einzelnen Linien und Zeichen, sind bei jeden Menschen die Grundformationen gleich, jedoch mit mannigfaltigen Variationen.

Vielfach sind auch die Menschen, die an der Handlesekunst interessiert sind bzw. an dieser Kunst glauben, nicht in der Lage, irgendetwas über die Entstehung diese Linien zu sagen. Oft sind viele Menschen in dem Glauben, dass uns unser lieber Gott unser Schicksal in die Hände gezeichnet hat. Aber wie und warum er dies gemacht hat. Es wird einfach hingenommen, geglaubt oder abgelehnt.

Und doch hat seit undenklichen Zeiten diese Wissenschaft den Menschen interessiert. Intelligente Männer wie Aristoteles, Hispanus, Platon etc. beschäftigten sich mit diesem Teilgebiet der Charakterdeutung. Unzählige Könige, Staatsmänner und andere Prominente vertrauten und glauben noch Heute an dieser Wissenschaft.

Und wie kann man einen schwierigen Sachverhalt am besten erklären? Natürlich mit einem Beispiel.

Wir stellen uns eine hochmoderne Maschine vor, die enorme unterschiedliche Aufgaben erledigen kann. Wenn nur eine Aufgabe ausgeführt wird, dann liegen die Bauteile, die nicht benutzt werden, brach. Ebenso gut können aber auch mehrere Aufgaben oder gar alle zur gleichen Zeit ausgeführt werden. Und wie es bei einer solchen Maschine ist, gehen unzählige Leitungen zu den entsprechenden Bauteilen dieser Apparatur.

Wenn nun einige Funktionen dieser Maschine an einem bestimmten Bauteil viel öfters benutzt werden und die anderen Bauteile kaum oder gar nicht berührt werden, kann man doch davon ausgehen, dass dieses Bauteil, welches sehr oft benutzt worden ist, größere Gebrauchsspuren aufweist, als jenes, das kaum angewandt wird.

Merke:

Wenn etwas oft benutzt wird, dann entstehen Gebrauchsspuren, die sich an den entsprechenden Dingen festsetzen.

Und wenn dann an jedem Bauteil eine Messapparatur angeschlossen wäre, die die Benutzungsdauer der jeweiligen Bauteile auf ein Blatt Papier verewigen würde, wobei für jedes Bauteil ein eigener Abschnitt festgelegt ist, dann würde man doch mit hundert Protzentiger Sicherheit sagen können, das gerade dieses Bauteil recht oft benutzt worden ist, ohne jedoch den Produktionsvorgang gesehen zu haben. Weil gerade an diesem Bauteil die Gebrauchsspuren deutlich zu sehen sind.

So und nun stellen Sie sich genau diese gleiche Maschine vor. Diesmal sind nicht an jedem Bauteil Messapparaturen angeschlossen, sondern es gibt eine Art Zentraleinheit, die die ganzen Bewegungsabläufe steuert und auch aufzeichnet. Durch die unzähligen Leitungen, die die ganze Maschine mit den einzelnen Bauteilen vereinigt und mit der Zentraleinheit verbunden sind, sind wir nun in der Lage, jederzeit zu sehen, was diese Maschine gemacht hat bzw. welche Bauteile tätig waren.

Merke:

Durch eine Art Zentraleinheit und einem Aufzeichnungsgerät sind wir in der Lage, jederzeit zu sehen, was unsere Maschine gemacht hat bzw. welche Bauteile aktiviert waren.

Stellen wir uns nun unseren Körper als eine Maschine vor. Unser Gehirn ist die Zentraleinheit, die alle Bewegungsabläufe steuert, aufzeichnet und empfängt. Die Zentraleinheit wird durch unser Bewusstsein, das sich außerhalb unseres (1) Körpers aufhält, gesteuert. Dabei werden jedoch auch einige Bewusstseinseigene Fähigkeiten gedrosselt, die uns in diesem Leben „hinderlich“ sein könnten.

Von unserem Gehirn gehen unzählige Leitungen bzw. Nervenleitungen zu allen Regionen unseres Körpers. Die meisten jedoch enden an den vier Körperendpunkten. Allein in unseren Händen, münden auf 6,5 Quadratzentimeter, ca. 1600 Nervenenden.

Alles was durch die Zentraleinheit fließt, egal ob es Bewegungsabläufe, Gefühle, Denkgänge oder Emotionen sind, spiegelt sich in unserem Äußeren wieder. An manchen Körperteilen mehr, wo mehr Nervenzellen enden. An anderen weniger, dort wo weniger Leitungen vom Gehirn enden.

Unsere Hand ist wie ein Aufzeichnungsgerät, das die feinen Ströme aus unseren Gehirnregionen aufnimmt und in Zeichen wiedergibt. Die Hände, unsere Füße und auch unser gesamter Körper, spiegelt nur das wieder, was in unserem Inneren geschieht. Und das in seiner eigenen Sprache.

Diese Sprache findet sich überall in der belebten Natur. So hat selbst eine Pflanze ihre eigenen Zeichen, die sie zu einem unvergleichlichen Lebewesen macht.

Zwei völlig gleiche Individuen (dazu zähle ich auch Tiere, Pflanzen etc.), die in jeden Bereich, in derselben Zeit, das gleiche denken, fühlen etc. gibt es nicht. Demgemäß gibt es auch keine Menschen, die die gleichen Linien und Zeichen in ihrer Hand aufweisen.

(1) Viele so genannte Gehirnwissenschaftler gehen davon aus, dass unser Bewusstsein irgendwo im Gehirn angesiedelt ist und dies geht eigentlich nur, wenn ein Selbstauslösendes Programm die Maschine Mensch steuert.

© Copyright 2007 by Jürgen Berus