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Geschwisterstreit erfolgreich begegnen
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Ernst Hartmann
 
Von Ernst Hartmann
Herausgegeben am 13.04.07
 
Wenn man Eltern von Geschwistern, die sich oft streiten und zanken, fragt, was ihre Eltern getan haben um in ihrer Kindheit Geschwisterstreitigkeiten erfolgreich zu vermindern, erhält man meist ein Achselzucken. Kaum ein Erwachsener mit Geschwistern kann sich rückblickend vorstellen, was die eigenen Eltern früher hätten machen können, um den Streit mit Bruder oder Schwester einzudämmen. Am ehesten hört man, dass ein meist mütterliches Gespräch nach dem Streit mit beiden Streithähnen eine zeitlich begrenzte präventive Wirkung hatte.

Geschwisterstreit erfolgreich begegnen

Wenn man Eltern von Geschwistern, die sich oft streiten und zanken, fragt, was ihre Eltern getan haben um in ihrer Kindheit Geschwisterstreitigkeiten erfolgreich zu vermindern, erhält man meist ein Achselzucken. Kaum ein Erwachsener mit Geschwistern kann sich rückblickend vorstellen, was die eigenen Eltern früher hätten machen können, um den Streit mit Bruder oder Schwester einzudämmen. Am ehesten hört man, dass ein meist mütterliches Gespräch nach dem Streit mit beiden Streithähnen eine zeitlich begrenzte präventive Wirkung hatte.

Die allgemeine fachliche Meinung heutzutage lautet: Solange der Streit ohne körperlichen Einsatz erfolgt, also nur auf der verbalen Ebene stattfindet, sollen die Eltern sich nicht einmischen. Ansonsten sollen sie ruhig dazwischengehen, beide trennen und wenn möglich in ein anderes Zimmer schicken. Sie bekommen gesagt, wenn sie sie sich wieder beruhigt haben, können sie wieder kommen.

Diese Vorgehensweise setzt allerdings viel Ruhe und Ausgeglichenheit auf Seiten der Eltern voraus. Vor allem gilt dies bei verbalen Auseinandersetzungen zwischen den Geschwistern, die laut und nervig sein können. Doch wie erreiche ich mehr Ruhe und Gelassenheit? Ein sehr erprobter Tipp heißt: Verlassen Sie den Raum und atmen Sie 10 bis 30 mal tief durch. Sagen Sie zu sich selbst dabei: "Ich bleibe ganz ruhig und gelassen!". Es gibt etliche weitere Möglichkeiten.

Mit am wirkungsvollsten bei Geschwisterstreit ist es, wenn man ein Belohnungssystem einsetzt. Angenommen die kritischste Zeit wäre zwischen 14.00 Uhr und 18.00 Uhr. Diese Zeit wird in einstündige Abschnitte (bei starkem Streit in halbstündige Abschnitte) unterteilt. Für jeden Abschnitt, wo die Geschwister sich ordentlich verhalten haben, gibt es einen Stern oder einen Punkt, der auf ein Blatt Papier (Liste in Tabellenform ist günstig) eingetragen wird. Es wird nun vereinbart, wenn z.B. 30 Punkte (bei halbstündiger Vereinbarung 60 Punkte) zusammen sind, gibt es eine geschwisterliche Belohnung. Dies könnte eine Fahradtour sein, ein Kino- oder Schwimmbadbesuch, letztendlich etwas, das für die Geschister auch attraktiv genug ist, damit sie sich anstrengen 'normal' miteinander umzugehen.

Übrigens: Diese Vorgehensweise ist für die Eltern meist schwieriger umzusetzen als für die Kinder. Es ist auf Dauer durchaus anstrengend die Belohnungsliste regelmäßig und korrekt zu führen. Nach ein bis drei Monaten dürfte sich diese Vorgehensweise erübrigt haben. Dann sind die Chancen recht groß, dass auch ohne Belohnungen die Geschwister sich wieder einigermaßen vertragen. Ansonsten ist zu empfehlen die Belohnungslisten weiterzuführen, jedoch mit erhöhter Punktzahl. Die Kinder müssen dann für eine Belohnung z.B. 40 statt 30 Punkte zusammen haben, um eine Belohnung zu bekommen. Bitte denken Sie auch daran, die Punkte zeitnah in die Belohnung einzutauschen. Noch eines ist wichtig: Auch wenn es einen Rückfall gibt, einmal erzielte Punkte werden nicht wieder gestrichen!

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