Guckt man sich die heutigen Zinsstrukturkurven genauer an, so wird man sehen, dass kurzfristige Anlagen oft gleich oder gar mehr Rendite abwerfen als längerfristige Anlagen. Im Fachbereich wird dieser Ablauf auch „flache Renditestruktur“ genannt. Diese Phasen treten an Kapitalmärkte des Öfteren auf und besonders wenn eine Rezension bevorsteht oder angenommen wird, dass die Zentralbank die Zinsen senkt.
Schnell kommt die Frage auf, wie man in solch einem Szenario sein Geld am besten mit welcher Laufzeit investieren soll. Da eine Entschädigung für die längere Laufzeit in Form eines Zinsaufschlages zu kurzen Laufzeiten momentan nicht bezahlt wird, ist es ratsam, dass Geld eher kurzfristig zu „parken“. Sobald die Langfristzinsen wieder attraktiver sind, können weitere Investition getätigt werden.
Als Anleger könnte man versuchen selbst eine passende Strategie auszuwählen, jedoch ist es bei so vielen tausenden Rentenpapieren sehr schwierig die richtigen Papiere rauszuselektieren. Außerdem fallen hohe Kauf- und Verwaltungsgebühren kann. Um die Strategie umzusetzen gibt es die Möglichkeit sogenannte Kurzläuferfonds zu erwerben. Diese Fondgattung investiert wie der Name schon vermuten lässt, in Rentenpapiere mit kurzer Laufzeit (Restzeit).
Es werden entweder vom Management neu aufgelegte Titel mit einer Laufzeit von maximal 2 Jahren erkauft, oder schon vorhandene, umlaufende Wertpapiere mit einer kurzen Restlaufzeit (wenige Monate) gekauft. Die Kosten die dabei entstehen, sind wesentlich geringer als bei Privatanlegern.
Ein weiteres wichtiges Argument pro Kurzläuferfonds ist das im Vergleich zu „normalen“ Rentenfonds ein geringeres Zinsänderungsrisiko entsteht. Dazu muss man wissen, dass die Kurse von Rentenpapieren bei steigenden Zinsen nachgeben und der Anleger dann einen Werteverlust hinnehmen muss. Wer in Beteiligungen solcher Fonds sein Geld investieren will, sollte vorher mit der örtlichen Bank oder einem Fachmann noch mal alle Situationen und Möglichkeiten durchgehen.