"Liebeskummer ist wie ein Edelstein", heißt es, "man muss ihn mit Fassung tragen". Doch das ist einfacher gesagt als getan. In Nürnberg zertrümmerte ein 21-Jähriger aus Liebeskummer sein Auto mit einem Baseballschläger. In Berlin sprang eine Vietnamesin in den Tod, weil sich ihr Partner von ihr trennen wollte. Und wer kennt nicht Goethes Geschichte vom jungen Werther, der sich am Ende das Leben nahm, weil seine Geliebte für ihn auch nach heftigem Liebeswerben unerreichbar blieb.

Liebeskummer ist also keine Bagatelle. In der Selbstmordstatistik rangiert er als Motiv ganz oben, und ein gebrochenes Herz treibt auch Alkoholabhängige oft in ihre Sucht. Wissenschaftler entdeckten im Hirn von Liebeskummer-Patienten physiologische Auffälligkeiten wie einen starken Rückgang des Nervenbotenstoffes Serotonin und unrhythmische Figuren im EEG - allesamt Veränderungen, die eigentlich typisch sind für Depressionen.

Doch wie bei anderen Krankheiten auch sind nicht alle Menschen in gleichem Maße vom broken-heart-Syndrom bedroht. Frauen trifft es deutlich härter. Sie leiden mehr unter Liebeskummer als Männer. Frauen erleben mehr Depressivität, Wut, Selbstzweifel und körperliche Beschwerden. Männer zeigen hingegen in ihrem Liebeskummer einen stärkeren Drang zur Aggressivität. Besonders beliebt ist bei ihnen das "Stalking". Sie beginnen dann ihre Angebetete zu verfolgen und zu terrorisieren. Die Frau wird bei allen Gelegenheiten abgepasst und bedrängt, bei der Arbeit, beim Gang ins Kaufhaus und auch in ihren eigenen vier Wänden, indem man das Telefon dauerklingeln lässt.

Weiterhin sind es vor allem Menschen mit einem ängstlichen Bindungsstil, die einen pathologischen Liebeskummer entwickeln. Jene Menschen also, die sich ohne den geliebten Partner unvollständig und wertlos fühlen. Man findet das Phänomen der ängstlichen Bindung vor allem bei Frauen, insofern sie schon als Kind darauf geeicht werden, dass ihr Lebensglück in erster Linie von einem dominanten männlichen Lebenspartner abhängt. Unter den Männern neigen dagegen "harte Kerle" mit ausgeprägtem Kontrollbedürfnis zu übersteigertem Liebeskummer. Der Grund: Sie empfinden den Verlust der Geliebten als Angriff auf ihr Ego, der sie tief in ihrem männlichen Selbstwertgefühl trifft. Wer ihre Liebe unerwidert lässt, entzieht sich ihrer Kontrolle - und darauf reagieren die vorgeblich so harten Burschen erst mit Frust und dann mit Aggression.

Nichtsdestoweniger trifft der Liebeskummer auch verhaltensunauffällige Menschen, vor allem dann, wenn sie noch jung sind und nicht die Vergänglichkeit von Liebesglück und -kummer erlebt haben. Denen gelingt es jedoch in der Regel, sich selbst aus dem Tief herauszuholen, ohne dass ihre Psyche ernsthaft Schaden nimmt. Eine ebenso beliebte und Erfolg versprechende Methode ist hier das Tagebuchschreiben. Andere wählen offensivere Strategien wie Reden mit Freunden und Ablenkung mit Disko- oder Kinobesuchen.

Ob es allerdings ratsam ist, sich mit einer neuen Beziehung über den Kummer hinwegzutrösten, ist fraglich. Denn spätestens, wenn die neue Flamme mitkriegt, dass sie nur eine Art Erste Hilfe darstellt, dessen Herz noch an jemand anderem hängt, wird es auch mit dem neuen Liebesglück vorbei sein. Moderne Partnervermittlungen mit psychologischer Betreuung, wie etwa ElitePartner, stehen den von Liebeskummer Geplagten mit Rat und Tat zur Seite.