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Über die Liebe
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Eckart Haase
Christlicher Schriftsteller und Buchautor, bislang eine Buchveröffentlichung (ISBN 978-3930730537). Weitere Veröffentlichungen in Planung. 
Von Eckart Haase
Herausgegeben am 26.03.07
 
Idealpartner erster Qualität ohne Fehl und Makel, quasi Sonnenkinder in purer Liebes-Leuchtkraft sind (leider – oder zum Glück?!) noch nicht geboren worden. Partner haben alle ihre Fehler, Mängel, Unzulänglichkeiten. Liebende bemerken an sich Böses, ihnen unterlaufen Irrtümer. Unerwartetes am anderen bedrückt, Enttäuschungen lähmen. Liebe und Ehe werden plötzlich sehr irdisch, ganz menschlich. Sie sind durchzuhalten – aber nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme, mit gegenseitigem Verständnis, mit gegenseitiger Geduld.

Über die Liebe

Idealpartner erster Qualität ohne Fehl und Makel, quasi Sonnenkinder in purer Liebes-Leuchtkraft sind (leider – oder zum Glück?!) noch nicht geboren worden. Partner haben alle ihre Fehler, Mängel, Unzulänglichkeiten. Liebende bemerken an sich Böses, ihnen unterlaufen Irrtümer. Unerwartetes am anderen bedrückt, Enttäuschungen lähmen. Liebe und Ehe werden plötzlich sehr irdisch, ganz menschlich. Sie sind durchzuhalten – aber nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme, mit gegenseitigem Verständnis, mit gegenseitiger Geduld.

Ja, auch Liebe braucht Geduld! Die rosa Brille ist sicher vom Schöpfer vorgesehen. Am Anfang einer Liebesbeziehung soll sie uns helfen, die vorhandenen Unzulänglichkeiten des Partners/der Partnerin nicht zu stark zu bewerten. Doch auch die rosarote Brille bleicht mit der Zeit aus und weicht einer etwas schärferen Lesebrille (und die Liebe wird im Idealfalle dann sogar noch tiefer).

Nicht im Rausch der Sinne ist Liebe verankert. Liebe braucht Maßstäbe, die nicht in ihr selbst den Ursprung haben. Liebe ist in den größeren Rahmen der Schöpfungsordnung hineingestellt und hat dort ihre Verankerung. Die Begegnung der Geschlechter ist nicht in erster Linie ein körperlicher Vorgang, sondern eine geistig-seelische Angelegenheit. Liebe braucht also Lebensbezüge, ohne die sie die Existenzfähigkeit verliert. Alle Bezugnahme und jede Existenz aber mündet immer bei Gott als dem Herrn der Schöpfung. Gott ist das Elementarste im ganzen Sein. Bei ihm beginnt und endet alle Verankerung. Von dieser Bergung und Geborgenheit ist Liebe letztlich abhängig.

Die Liebe kann sich in vielerlei Hinsicht ausdrücken. Es gibt die Liebe zu Freunden, zu Geschwistern, zu den Eltern, zu Tieren, zum Partner, die geschlechtliche Liebe, ja sogar die platonische Liebe, um nur einige Formen herauszugreifen. Man kann Liebe in Gedichte packen, in Geschenke oder Zärtlichkeit, aber Liebe geht auch durch den Magen!

Es gibt wenig Menschen, die die Wahrheit sagen, aber noch weniger, die sie vertragen. In normaler Ehe sollte beides der Fall sein: offene Wahrhaftigkeit und Liebe, die sie verträgt. Liebe ohne Wahrheit ist Täuschung, ist Heuchelei. Doch sollte Wahrheit nie ohne Liebe gesagt werden. Denn Wahrheit ohne Liebe kann grausam sein.

Es ist wohl richtig, dass die Wahrheit im Grunde der Natur des Menschen widerspricht, dennoch brauchen glückliche Partner die Wahrhaftigkeit (plus Weisheit) zum Fortbestand der Liebe.

Liebe beruht nicht auf Berechnung. Sie ist nicht Kombination, nicht Kalkulation noch Spekulation – sie braucht Vertrauen. Reines Kalkül zerbricht. Liebe liefert sich aus. Darum bedarf es hier im höchsten Grade der Echtheit: Echtheit der Liebe und Echtheit des Vertrauens. Sonst ist das, was sich ausliefert, bald geliefert....