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Der Weg zu wirklicher Gleichberechtigung – Männer und Frauen in der Politik
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Heinz-Josef Sprengkamp
Autor und Redakteur 
Von Heinz-Josef Sprengkamp
Herausgegeben am 25.03.07
 
„Eine Demokratie, in der die größere Hälfte der Bevölkerung weder in den Parlamenten noch in den Regierungen angemessen vertreten ist, ist bloß eine Demokratie am Anfang.“

Der Weg zu wirklicher Gleichberechtigung – Männer und Frauen in der Politik - Teil 1

„Eine Demokratie, in der die größere Hälfte der Bevölkerung weder in den Parlamenten noch in den Regierungen angemessen vertreten ist, ist bloß eine Demokratie am Anfang.“1

Der Weg zur wirklicher Gleichberechtigung ist steinig beginnt mit realistischen Erwartungen.

Politische Kultur

Frauenförderung beginnt mit realistischen Erwartungen an Politik überhaupt. Die Bürger erwarten von Politikern heute, dass sie 24 Stunden im Dienst, immer ansprechbar, ohne eigene Interessen, nur dem Gemeinwohl verpflichtet sind und natürlich am besten ohne jedwede Gegenleistung arbeiten.

Parlamentsarbeit

Alles, was ein Mehr an sachorientierter Diskussion in den Parlamenten fördert, fördert Frauen. In den Landtagen und in den Gemeinderäten könnte man diese dadurch befördern, wenn dort – wie im Bundestag – in den Geschäftsordnungen auch „Zwischenbemerkungen“, so genannte „Kurzinterventionen“ zugelassen würden.2

Das Vorbild Frau funktioniert dann, wenn man über Parlamentarische Abende (von und für Frauen und Männer), Ausstellungen, Vorträge und andere Wege der Öffentlichkeitsarbeit herausragende Frauen und ihre praktisch-politische und gesellschaftliche Arbeit vorstellt.

Fraktionsübergreifende Aktivität

Frauen sind stärker als Männer bereit, die Grenzen parteipolitischer bzw. fraktionspolitischer Politikansätze zu überspringen. Das kann auch im Wahlkampf gelingen: 1994 diskutierten Mitglieder des Landtages und Kandidatinnen für den Landtag Sachsen-Anhalt von unterschiedlichen Parteien in Staßfurt über „Gleichstellung und Solidarität von Frau und Mann in Beruf und Gesellschaft“.3 Andere Veranstaltungen der „Frauenbrücke Ost-West“ thematisierten Gründe für den Erfolg von Frauen in Politik und Beruf.4

Im österreichischen Nationalrat arbeiteten 1989 weibliche Abgeordnete aller vier Parlamentsparteien den Entwurf einer Novelle des Strafrechtes zur Vergewaltigung innerhalb der Ehe aus, nachdem es zuvor im Plenum des Nationalrates zu verbalen Ausrutschern gekommen war. Diese Vorgangsweise wurde im gleichen Jahr auch noch bei der Aushandlung des so genannten Familienpaketes sowie 1992 beim Gleichbehandlungspaket gewählt.5 Für solche Aktivitäten den Raum zu öffnen, ist vor allem Sache der Fraktionsspitzen in den Parlamenten.

Ohne Quote haben Frauen weniger Chancen

Quote und Quorum sind Hilfsmittel, die in den letzen Jahren zur Erhöhung des Frauenanteils an Führungspositionen beigetragen haben. Und dennoch: Die politische Praxis zeigt: Quotenvorgaben wurden häufig umgangen und z.B. durch Einzelwahlen außer Kraft gesetzt. „Deswegen müssen die Satzungen so konkretisiert werden, dass bei Vorstandswahlen sowohl für die Summe der Funktionen im geschäftsführenden Vorstand, als auch für die Beisitzer das Quorum jeweils zu erfüllen ist. Ebenso ist das Quorum bei allen Delegiertenwahlen einzuhalten.“6 Insbesondere die großen Parteien, die allein eine Chance auf ein Direktmandat haben, müssen sich auch dem Thema „Quotierung bei Direktkandidaturen“ stellen.7

Birgit Breuel äußerte 1999: „Man darf geteilter Meinung darüber sein, ob die Quote und andere institutionelle Rahmenbedingungen in Zukunft zu wirklich besserer Präsenz von Frauen in öffentlichen Ämtern führen. Im Kern zeigt die Analyse, dass es darum geht, dass sich immer mehr Frauen um öffentliche Ämter bewerben. Denn je höher die Anzahl und die Qualität der Bewerbungen von Frauen, desto größer wird die Bereitschaft und die öffentliche bzw. nicht öffentliche Druck, in einem vorwiegend männlich besetzten Auswahl- und Entscheidungsgremium eine Frau als Kandidat zu benennen.“8

Frauen brauchen Vorbilder in Führungsämtern – Plädoyer für eine langfristige Personalentwicklung in den Parteien

Wenn Führungsämter „weiblich“ besetzt werden, dann geht davon ein wichtiges Signal aus, das in Wahlkämpfen mehr „zieht“ als viele Sachthemen.9 Für die Personalauswahl der (zukünftigen) Mandatsträger und -trägerinnen sind die Kreisverbände verantwortlich, bei denen es oft keine mittel- und langfristig orientierte Strategie der „Personalentwicklung“ gibt. „Kein Großunternehmen (und die CDU hat fast 500 Mandatsträger als Europa-, Bundestags, Landtagsabgeordnete oder Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister) leistet es sich, dies dem Zufall zu überlassen.“10 Personalentwicklung im Sinne einer partnerschaftlichen und gleichberechtigten Beteiligung von Frauen und Männern an den Entscheidungen in der Politik heißt:

Frauen müssen langfristig für freiwerdende Mandate und Parteifunktionen aufgebaut werden.

Politik ist keine Einbahnstraße, die vom Engagement in der Jugendorganisation einer Partei über den Studienabschluss ohne Umwege in den Bundestag oder ins Europäische Parlament führt. Es wird vielfach beklagt, dass es Politikern an praktischer Lebens- und Berufserfahrung mangelt. Familien- und Erwerbsarbeit von Frauen sind eine wichtige Grundlage des politischen Engagements.

Nicht jede Frau kann und muss alle Stationen vom einfachen Mitglied über das Engagement in verschiedenen Vorfeldorganisationen in die Kommunalpolitik, die Mitarbeit im Kreisvorstand, den Kreisvorsitz, die Landes- und dann die Bundespolitik gehen.11 Und manch „Altgedienter“ muss sicher gelegentlich daran erinnert werden, dass politische Macht Macht auf Zeit ist. Frauen muss – z.B. nach der Familienphase – auch eine Chance gegeben werden, einige Etappen der sog. „Ochsentour“ auszulassen. In Nordrhein-Westfalen beschloss der CDU-Landesparteitag in Bezug auf die langfristige Personalplanung: „Der CDU-Landesverband sollte diese langfristigen Entwicklungen dokumentieren, damit es eine Übersicht darüber gibt, ob sich tatsächlich etwas weiterentwickelt und in welchen Kreisverbänden dies geschieht oder auch nicht geschieht.“12 Zu einer solchen Personalentwicklung gehören auch konkrete Ziele zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen. Eine weitere Grundlage sind Verzeichnisse aller Mandatsträger13 bzw. Personalpools und Dateien über Mitarbeiterinnen, die zentral geführt werden und die es ermöglichen, dass man auch nach dem Ausscheiden aus Ämtern und Beschäftigungsverhältnissen (als hauptamtliche Mitarbeiterin bei einer Partei, politischen Stiftung etc.) mit der Partei in Kontakt bleibt.


Der Weg zu wirklicher Gleichberechtigung – Männer und Frauen in der Politik - Teil 2

Frauen sind ehrenamtlich und in verschiedenen Berufsständen engagiert – und können für die Politik gewonnen werden.

Das Engagement vor Ort ist die wichtigste Basis für eine politische Karriere. Nur werden diejenigen, die in Gemeinwesen AGs, als Geschäftsführerinnen von Verbänden etc. engagiert sind, selten auf einen Parteibeitritt angesprochen oder daraufhin befragt, ob sie gewillt sind, als unabhängige Kandidatinnen auf den Listen der Parteien bei der Kommunalwahl anzutreten.

Frauen müssen sich vernetzen: Netzwerke, Mentorinnenprojekte, Mandatsträgerinnenkonferenzen

Männernetzwerke in den Parteien, die nach wie vor bestehende geschlechtsspezifische Arbeitsteilung in der Verwaltung sowie eine Verschlechterung der sozialen Situation von Frauen haben mancherorts zur Verdrängung der Frauen durch Männer aus der Lokalpolitik geführt.14

In Wirtschaft und Politik sind seit den 90er-Jahren Netzwerke entstanden, in denen Frauen, die es „geschafft“ haben, sich wechselseitig unterstützen und andere Frauen „nachziehen“.

Mentorinnenprogramme – erfolgreich praktiziert in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen oder z.B. bei der SPD-Landtagsfraktion in Schleswig-Holstein15 beim „Nachwuchsprojekt“ der Linkspartei.PDS-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt - bedeuten, dass Frauen, die Mandate ausüben, andere Frauen (und Männer16) über einen längeren Zeitraum begleiten und in die politische Arbeit einführen. Vorbildlich ist Mentoring–Projekt der Landeszentrale für politische Bildung Baden – Württemberg „TiP – Tandem in der Politik“ und die dort erstellte Handreichung. Aus der Arbeit in zehn Projektregionen Baden-Württembergs sind rd. 200 politische Neueinsteigerinnen hervorgegangen, die für den Gemeinderat, Kreistag, die Regionalversammlung und auch für das Europaparlament kandidieren wollen.17

Auch informelle Gesprächsforen auf lokaler und regionaler Ebene können hilfreich sein. Im Landkreis Ostallgäu organisiert die Gleichstellungsstelle in Abstimmung mit den Kreisrätinnen zur besseren Vernetzung der Kommunalpolitikerinnen regelmäßige Treffen zum Informationsaustausch. Darüber hinaus werden mit Unterstützung politischer Bildungsträger Vor-Ort-Seminare durchgeführt.18 In Sachsen-Anhalt wären in erster Linie die Landeszentrale für politische Bildung und die politischen Stiftungen als Veranstalter gefragt, ggf. in Kooperation mit einer Volkshochschule. Vorbild könnte das Programm sein, das seit 2002 in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung entwickelt wird:

Ausbildung ist wichtig: Praktika, Bildungsprogramme, Zielgruppenveranstaltungen

„Frauenförderung beginnt darin, Frauen beim Kompetenzerwerb zu unterstützen und ihnen die Möglichkeit zu geben, politische Erfahrungen zu sammeln.“19 Kompetenzerwerb muss bereits in der Schule beginnen. Kommunikationstraining, das Erlernen von Präsentationstechniken gehören zur Berufswahlvorbereitung – und sind auch für die politische Karriere vonnöten.

Politik ist Handwerk: Man sollte z.B. wissen, was ein Presseverteiler ist, wie dieser gepflegt wird oder wie man eine Pressemitteilung schreibt. Das kann man bereits beim Girls Day oder in einem Schülerpraktikum bei einem Politiker oder einer Politikerin lernen. Die Parteien auf allen Ebenen, Fraktionen in den Gemeinden, Landtagen, im Bundestag oder die PR-Stellen in den Verwaltungen sind aufgefordert, mehr und zielgenauere Praktika anzubieten. Hier kann auch etwas für die politische Bildung und die berufliche Frühorientierung der Schülerinnen und Schüler getan werden.20 Veranstaltungen der Frauenorganisationen (z.B. Frauenunion, Liberale Frauen), anderer Vorfeldorganisationen der Parteien (z.B. Kommunalpolitische Vereinigung der CDU, KPV) oder politischen Stiftungen zu den politischen „Grundtechniken“ sind ebenfalls ein geeigneter Einstieg, der durch gezielte „Einsteiger-Kurse“ der Parteien bzw. parteiübergreifende Angebote21 ergänzt werden können. Und auch diejenigen, die frisch ins Amt gewählt sind und von diversen Vorlagen der Verwaltung „erschlagen“ werden, sind für Hinweise dankbar, wie sie sich im politischen Alltag behaupten können.22

Zielgruppenveranstaltungen z.B. für Kommunalpolitikerinnen, die sich in ein bestimmtes Thema einarbeiten können, sind ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Professionalisierung.


Der Weg zu wirklicher Gleichberechtigung – Männer und Frauen in der Politik - Teil 3

Die Außendarstellung der Parteien muss ebenso verbessert werden wie die Rahmenbedingungen vor Ort für das Engagement von Frauen.

Kampagnen (z.B. auch für mehr Frauenengagement in der Politik23), Kongresse, Kandidaten – Politik hat immer ein Gesicht, und dieses Gesicht darf ruhig weiblich sein, wenn es darum geht, Politik nach außen und innen zu „verkaufen“. Politik braucht aber mehr als nur eine „weibliche Fassade“, denn „ohne Inhalt ist alles nichts“! Politik muss so organisiert werden, dass Frauen gerne kommen und mittun. Wenn Parteiveranstaltungen stattfinden, so ist z.B. mindest auf Bundesebene bei den Parteien für eine professionelle Kinderbetreuung gesorgt, das gilt aber längst noch nicht für Veranstaltungen der Landesparteien und die kommunale Ebene.

Ein anderer Arbeitsstil ist möglich.

Im Beschluss „Bürgerpartei CDU. Reformprojekt für eine lebendige Volkspartei“ des CDU-Parteitages in Leipzig im Jahr 2003 wurde formuliert: „Die CDU und ihre Vereinigungen und Sonderorganisationen müssen ihren Arbeitsstil ändern. Frauen leben häufig – bedingt durch ihre Managerposition im Dreieck Familie, Beruf und Ehrenamt – in einem ausgeklügelten Zeitmanagement. Dies hat zur Folge, dass sie sich nur dann engagieren wollen und können, wenn bei Aktionen oder aber auch in Gremien eine klare Zielorientiertheit für sie erkennbar ist.“ Und manche Scheuklappen müssen fallen: „Politikerinnen, die als unverheiratete und kinderlose Frauen es wagen, sich mit Familienproblemen beruflich zu befassen, werden oft gefragt, was sie als Singles von der Materie verstünden.“24

Die Arbeitszeit und die Arbeitsformen in der Politik können im Sinne der Frauen strukturiert werden.

Das Zeitbudget der Frauen ist durch die häufige Doppelbelastung infolge von Erwerbs- und Familienarbeit begrenzt. Darüber hinaus wollen Frauen ihre Zeit so nutzen, „dass schnell konkrete Ergebnisse zu erkennen sind und sie ihre begrenzte Zeit nicht in scheinbar endlosen und durch Tagungsrituale geprägten Sitzungen vergeuden. Wer deshalb Frauen zur Mitarbeit bewegen will, muss ihnen besondere Angebote in Form von Projektarbeit, offenen Arbeitskreisen etc.“ 25

Neue Chancen für Frauen durch ein neues Wahlrecht mit mehr Einfluss der Bürger auf die Personalauswahl

Einen größeren Einfluss auf die Wahllisten hat der Wähler dort, wo er kumulieren und panaschieren kann. Diese Möglichkeiten des Wahlrechts sind bislang auf die Ebene der Kommunalwahlen begrenzt. Die Wähler könnten auch bei Landtags- und bei Bundestagswahlen die Listen der Parteien durch Veränderung der Reihenfolge der Kandidaten, mit Stimmenhäufung bei einzelnen Bewerbern oder durch das Streichen bestimmter Vorschläge nachhaltig verändern. Ein solches Verfahren relativiert das Vorschlagsrecht der Parteifunktionäre, wird sich aber nur sehr langfristig durchsetzen lassen. Außerdem, dies zeigt eine detaillierte Analyse einzelner Kommunalwahlen (www.lydia-hueskens.de/175.html), können auf diesem Wege Frauen auch „rausgekegelt“ werden.


Fussnoten

1 So die Soziologin Helge Pross, zitiert von Beate Hoecker: Auf dem Weg zur Geschlechterdemokratie? Bilanz und Perspektiven der politischen Partizipation von Frauen, Vortragsreihe „Frauen gleichbeRechtigt“ der Frauenbeauftragten der Stadt Freiburg, Freiburg 2002. Die nachfolgenden Ausführungen sind ein Baustein einer größeren Studie, die auf der Website www.lydia-hueskens.de/175.html zum kostenlosen Download zur Verfügung steht.

2 Ina Lenke, in: Landtag Niedersachsen: Frauen im Parlament. Zur Erinnerung an die erste Rede einer Abgeordneten vor einem deutschen Parlament am 19. Februar 1919, Hannover 199., S. 31.

3 www.frauenbruecke-ost-west.de/chronik.html.

4 Ebenda.

5 Vgl. Sieglinde Rosenberger: „Lieber gleich-berechtigt als später“, in: Reinhard Sieder, Heinz Steinert und Emmerich Tálos (Hrsg.). Österreich 1945–1995. Gesellschaft – Politik – Kultur, Wien 1995, 354–369, hier: S. 363.

6 Beschluss des 26. Bundesdelegiertentages der Frauen Union der CDU Deutschlands vom 12./13. November 2005 in Ludwigsburg, www.frauenunion.de.

7 Beschluss des 26. Bundesdelegiertentages der Frauen Union der CDU Deutschlands vom 12./13. November 2005 in Ludwigsburg: „Bei Mandaten soll das Quorum in Zukunft auch bei den Direktkandidaturen gelten. Das heißt, dass in der Summe aller Direktkandidaten auf Landesebene mindestens ein Drittel mit Frauen besetzt sein muss. Gerade die Erfahrungen aus den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen haben gezeigt, wie wichtig eine entsprechende Repräsentanz von Frauen nicht nur auf den Listen, sondern auch bei den Direktkandidaturen ist. Bei Abweichung vom Quorum müssen die Verantwortlichen in Zukunft genau darlegen, was sie unternommen haben, um die Satzungsvoraussetzungen zu erfüllen. Die lapidare Begründung „Wir haben keine Frau gefunden“ darf nicht mehr ausreichen.“ Siehe www.frauenunion.de.

8 Siehe das Statement von Birgit Breuel, in: Frauen im Parlament. Zur Erinnerung an die erste Rede einer Abgeordneten vor einem deutschen Parlament am 19. Februar 1919, Heft 35 der Schriftenreihe des Niedersächsischen Landtages, Hannover 1999, S. 25.

9 Vgl. zum Folgenden: Beschlüsse des CDU-Landesparteitages Nordrhein-Westfalen, 5.4.2003, www.cdu-nrw.de und CDU Neuss: Mut zur Erneuerung, Programmpapier, verabschiedet in der CDU-Mitgliederversammlung am 14. Juni 2000, www.cdu-neuss.de.

10 CDU-Beschlüsse a.a.O., 2003.

11 Jahrelanges politisches Engagement auf Orts-, Stadt- oder Bezirksebene ist oft Vorstufe eines Landtagsmandats, wobei politische Ämter auf kommunaler Ebene oft auch nach Übernahme des Landtagsmandats beibehalten werden“, jedoch weit mehr männliche als weibliche Landtagsabgeordnete gleichzeitig auch eine kommunalpolitische Funktion innehaben, ist die Benachteiligung von Frauen evident: „Kommunalpolitische Funktionen und Ämter bieten als Vorstufen weitergehenden politischen Engagements den Abgeordneten zum einen Profilierungsmöglichkeiten, bevor sie auf Landesebene politisch aktiv werden, zum anderen können vor dem Hintergrund obiger Verteilung männliche Mandatare viel eher als Frauen auf ,lokalpolitische Rückendeckung‘ zurückgreifen.“ Vgl. Elisabeth Wolfgruber: Politische Repräsentation auf Länderebene: Die Landtage und ihre Abgeordneten, in: Herbert Dachs, Franz Fallend und Elisabeth Wolfgruber (Hrsg.): Länderpolitik. Politische Strukturen und Entscheidungsprozesse in den österreichischen Bundesländern, Wien, S. 73–230, hier: S. 171.

12 CDU-Beschlüsse a.a.O., 2003.

13 Beschluss des 26. Bundesdelegiertentages der Frauen Union der CDU Deutschlands vom 12./13. November 2005 in Ludwigsburg: „Als Grundlage (für die professionelle Personalentwicklung in den Kreisverbänden) sollen alle CDU-Landesverbände die jeweils aktuellen Mandatsträger (MdEP’s, MdB’s, MdL’s/MdBürgerschaften, Oberbürgermeister, hauptamtliche Bürgermeister, Landräte und Regierungsmitglieder) namentlich pro Kreisverband in Listen führen, damit erkennbar wird, wie die CDU nach Geschlecht und soziologischen Gruppen vertreten ist. Die Betrachtung des Ist-Stands ist notwendig, um für die Zukunft in gemeinsamer Verantwortung zu einer zielführenden Personalentwicklung in der CDU zu kommen, damit Frauen stärker in die Parteiarbeit eingebunden und für Ämter und Mandate gewonnen, aber auch nicht verhindert werden. Diese Erhebungen sind alle zwei Jahre durchzuführen und vom CDULandesvorstand und den CDU-Kreisverbänden als Grundlage für Maßnahmen der Personalentwicklung zu beraten.“ Siehe: Beschluss des 26. Bundesdelegiertentages der Frauen Union der CDU Deutschlands vom 12./13. November 2005 in Ludwigsburg, www.frauenunion.de

14 Geißel 2001.

15 Vgl. www.frauen-mentoring.de/mentoring.htm: „In der Zeit vom 3. bis 21. Juni 2002 begleiten die Mentees SPD-Politikerinnen bei ihrer Arbeit und erfahren dabei, wie Landespolitik konkret aussieht. Sie erhalten so einen Einblick in die Aufgaben einer gewählten Abgeordneten im Wahlkreis, in der Fraktion und im Parlament und in die Abläufe in der SPD-Landtagsfraktion. Angesprochen sind Frauen aus der Kommunalpolitik ebenso wie andere politisch Interessierte. Die Teilnahme ist nicht an eine Parteizugehörigkeit gebunden. Das Programm ist eine Teilzeitmaßnahme, kann also mit Berufstätigkeit, Familie oder Studium koordiniert werden. Jede Teilnehmerin wird einer Abgeordneten zugeteilt, die ihre Haupt-Ansprechpartnerin ist. Sie begleitet ihre Mentorin zu Terminen und Sitzungen, ist aber auch in vielen Bereichen unabhängig von der Mentorin und kann aus dem Terminangebot selbst auswählen. Auf dem Programm stehen neben Arbeitskreis-, Ausschuss-, Fraktions- und Landtagssitzungen auch andere Veranstaltungen und Gespräche mit Spitzenpolitikerinnen."

16 Qualifizierte Personalentwicklung darf man mittel- und langfristig nicht auf die Frauen beschränken. Das zeigt schon der anhaltende Mitgliederrückgang bei den Parteien.

17 Vgl. www.lpb.bwue.de/mentoring/mentoring.php3 und http://dvv.vhs-bildungsnetz.de/servlet/is/Entry.15022.Display.

18 Jahresbericht 2002 des Landratsamtes Ostallgäu, Marktoberdorf, S. 13.

19 Ina Lenke, MdL 1990-1994, MdB seit 1998, in: Landtag Niedersachsen: Frauen im Parlament. Zur Erinnerung an die erste Rede einer Abgeordneten vor einem deutschen Parlament am 19. Februar 1919, Hannover 1999, S. 30f.

20 2000 bot das Büro für Mädchenförderung, eine Initiative des Büros für Frauenfragen und Gleichbehandlung des Landes Salzburg und von Akzente Salzburg, mit "girls in politics" einem Politiklehrgang für Schülerinnen an. Ziel war, das gesellschaftspolitische Engagement der jungen Frauen zu fördern und sie bei ihren ersten Schritten auf dem politischen Parkett zu unterstützen. Inhalte der Lehrgänge sind vor allem politische Grundlageninformation, Frauengeschichte, Kommunikation, Medien, Besuche an einer Landtags-/Gemeinderatssitzung. Vgl. www.akzente.net/make-it

21 Vgl. Bernhard Gaul, Martina Lettner, Julia Schnitzlein und Paulina Szmydke: „Frau Bürgermeister“ bleibt Mangelware, in: Kommunal Nr. 4/2004, S. 30-33, hier: S. 32f.: „Um der schlechten Frauenquote Abhilfe zu schaffen und mehr Frauen auf das Amt des Bürgermeisters vorzubereiten, hat das Frauenreferat des Landes Salzburg den Crash-Kurs „Von 0 auf 100 – Salzburg braucht Bürgermeisterinnen“ ins Leben gerufen. Die Teilnehmerinnen kommen aus fast allen politischen Lagern: SPÖ, KPÖ, Grüne und nahe stehenden Organisationen. Die ÖVP startete ihre eigene Frauen-Initiative. Mittelpunkt der Ausbildungsprogramme sind die Vermittlung von Grundwissen und Informationen zur Gemeindepolitik, Aufgaben und Pflichten im Bürgermeisteramt, sowie Handeln in der Öffentlichkeit. Als Vortragende konnten unter anderen die designierte Landeshauptfrau von Salzburg, Gabi Burgstaller, Wüstenrot-Generaldirektorinn Susanne Riess-Passer, die Generalsekretärin der FPÖ, Magda Bleckmann, und Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer gewonnen werden. Lehrgangsleiterin Martina Berthold …: „Ich denke, der Kurs war ein voller Erfolg. Positiv sehe ich auch die parteiübergreifende Arbeit. Allerdings wollten die Frauen zuerst umfassend informiert werden, erst dann begannen sie Fragen zu stellen. Das hängt sicherlich auch mit Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit zusammen.“

22 Siehe folgenden Hinweis: „Erfolgreich verhandeln - Seminare der Friedrich-Naumann- und der Rudolf von Bennigsen-Stiftung: Gerade wenn Sie jetzt ganz neu ein Mandat ausüben werden, wird dieses Seminar für Sie nützlich sein. Sie lernen, sich in der Fraktion oder im Rat zu behaupten.

Verhandlungen bestimmen einen wesentlichen Teil des Erfolges, privat oder geschäftlich. Egal, ob Sie gute Konditionen bei einem wichtigen Vertragsabschluss mit Geschäftpartnern aushandeln, die Aufgaben für das nächste Projekt verteilen oder eine Gehaltserhöhung bei Ihrem Chef durchsetzen möchten - Erfolg im Beruf hängt ein gutes Stück von Ihren Verhandlungskünsten ab.
Kompromisse zu schließen fällt nicht immer leicht. Schließlich empfindet so mancher das Verhandlungsergebnis eher als Zugeständnis an das Gegenüber statt als eine Verwirklichung der eigenen Ziele und Vorstellungen. Doch genau darin liegt die Chance einer gelungenen Verhandlung: Wenn beide Parteien sich von ihren Positionen aufeinander zu bewegen mit dem Ergebnis, einen Kompromiss zu finden, der für beide Seiten verträglich ist. Dieses Seminar soll helfen, in Verhandlungssituationen gut zu bestehen. Während des Tages werden wir ansprechen, wie man sich auf ein Gespräch vorbereitet, Stress abbaut und eine angenehme Gesprächsatmosphäre schafft, wie man den Verhandlungspartner richtig einschätzt, festgefahrene Situationen aufweicht und mit welchen Techniken man letztendlich zum Ziel gelangt.“ Zitiert nach: www.liberale-frauen-nds.de/mehrinfotermine.html.

23 Die Frauenunion forderte 2005 eine „gezielte Mitgliederwerbeaktionen in allen Landesverbänden der CDU.“ Ziel müsse es sein, „den Anteil der Frauen an der Mitgliedschaft auf mindestens ein Drittel zu heben. Die Anstrengungen zur Gewinnung von weiblichen Mitgliedern sind zu dokumentieren und sollen in den Frauenbericht des Generalsekretärs einfließen.“
www.frauenunion.de

24 Leserbrief von Zofia Großmann, Berliner Zeitung, 5./6.8.2006.

25 Beschluss des 26. Bundesdelegiertentages der Frauen Union der CDU Deutschlands vom 12./13. November 2005 in Ludwigsburg, www.frauenunion.de