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Stromrechner oder Wie viel kostet Strom aus der Sahara?
- Von Ahrend Stein
- Veröffentlicht 30.06.09
- Politik und Gesellschaft
- Nicht beurteilt
Ahrend Stein
Ahrend Stein, geboren am 5. Mai 1978 in Halle, mittlerweile in Berlin wohnend. Habe Germanistik und Englische Philologie an der FU Berlin studiert und arbeite nun im kulturellen Sektor. In meiner freien Zeit schreibe ich gerne über alle möglichen Themen Artikel.
Alle Artikel von Ahrend Stein anzeigenNein, das kann ein Stromrechner natürlich nicht errechnen, auch wenn das interessant wäre. Ebenso wie das neue Projekt in der Sahara durch Sonnenenergie Strom zu produzieren und damit den Stromverbrauch weltweit abzudecken. Das Besondere daran: Schätzungen zufolge bräuchte man nur 3 Prozent der Fläche der Sahara, um den Weltstrombedarf zu decken. Die Technik gibt es auch schon. Schon seit über 20 Jahren werden solarthermische Kraftwerke in den USA eingesetzt. Und selbst das Problem des Energieverlustes beim Stromtransport über weite Strecken ist gelöst, seit die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung den Praxistest bestanden hat.
Welche Hürden bleiben also? Zumindest keine unüberwindbaren. Politische Instabilität in den Sahara-Staaten kann hier angeführt werden, doch gilt dies in viel höherem Maße für einige Gas- und Öllieferländer. Die größte politische Hürde ist deswegen wahrscheinlich die innerpolitische. Denn auch wenn sämtliche Prognosen die schwindende Bedeutung großer fossiler Kraftwerksblöcke sowie die Durchsetzung dezentraler Erzeugungsstrukturen voraussagen, wird in Deutschland kräftig Lobbyarbeit für die Atomenergie und den Um- und Ausbau von Kohlekraftwerken betrieben. Dabei hat ein Gutachten des Darmstädter Öko-Instituts für das Bundesumweltministerium herausgefunden, dass eine Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken nicht zwingend zu sinkenden Strompreisen führen würde. Was aber anscheinend auch gar nicht gewollt wird. Die Kosten für den Um- und Ausbau der Kohlekraftwerke sollen stattdessen an die Verbraucher weitergegeben werden. So meint der Chef des größten Anbieters in Deutschland: „Strom ist heute noch sehr billig, vielleicht zu billig. Energie ist kostbar. Daher muss sie künftig auch einen angemessenen Preis haben."
Problematisch hieran: Dieser Mann ist gleichzeitig Klimaschutzberater der Vereinten Nationen und berät auch die Kanzlerin schon seit längerem in Sachen Klimaschutz. Seine Strategie – vor allem in Anbetracht der weltweiten Finanzkrise – die Kosten in Milliardenhöhe für den zweifelhaften Umbau der Kohlekraftwerke an die Verbraucher weiterzugeben, scheint absurd. Aber genau hier schaltet sich der anfangs erwähnte Stromrechner ein. Dieser trägt zur Transparentmachung der Angebote der Stromanbieter bei und kann die häuslichen Kosten, bei einem Anbieterwechsel, beträchtlich senken. Anhand eines Stromrechners (und dies gilt auch für den Gasrechner), der kostenlos auf Verbraucherportalen im Internet zu finden ist, den günstigsten Tarif und Anbieter zu ermitteln, lohnt sich also. Und mit einem günstigeren Tarif lässt es sich auch viel leichter auf den Sahara-Strom warten.






