Die französische Sprache stammt eigentlich von einer Variante des Lateinischen ab, die man als „Vulgärlatein“ bezeichnet, und die von den Römern während des zweiten und ersten Jahrhunderts v. Chr. gesprochen wurde.
 

Die französische Sprache stammt eigentlich von einer Variante des Lateinischen ab, die man als „Vulgärlatein“ bezeichnet, und die von den Römern während des zweiten und ersten Jahrhunderts v. Chr. gesprochen wurde. Als die Römer unter der Führung des berüchtigten Julius Caesar in Gallien eindrangen und es eroberten, fand ihr Vulgärlatein Eingang in das Vokabular und die Umgangssprache des gallischen Volkes.
 
Vor der Invasion sprachen die Bewohner Galliens eine keltische Sprache, die Gallisch genannt wird. Später, im fünften Jahrhundert n.Chr., begann eine Gruppe germanischer Stämme, die sogenannten Franken, in Gallien einzudringen. Sie wurden aber letztendlich von der römischen Herrschaft und der lateinischen Sprache überrannt. Ungefähr im neunten Jahrhundert bildete sich schließlich ein neuer Dialekt des Lateinischen heraus, der als „Französisch“ bekannt wurde. Er entstand daraus, dass die Gallier begannen, mit ihrem Latein „schluderig“ umzugehen, und enthielt eine Kombination sowohl gallisch-keltischer als auch germanischer Wörter — obgleich Französisch bis auf den heutigen Tag auf dem Lateinischen beruht, da die Mehrheit seines Vokabulars sowie die inhärente Struktur unmittelbare Ableitungen der lateinischen Sprache sind.
 
Die Anfänge dieses neuen französischen Dialekts — heutzutage als Altfranzösisch bekannt — hielten sich bis ungefähr zum 13. Jahrhundert. Altfranzösisch fand sich zuerst in einem altertümlichen Text, den sogenannten Straßburger Eiden, der auf das Jahr 842 datiert wird. Altfranzösisch dehnte sich bald auf eine Vielzahl neuer Dialekte aus, von denen am bemerkenswertesten das Franzische, der vornehmlich in und um Paris gesprochene Dialekt, ist. Die restlichen Bewohner des heutigen Frankreichs sprachen andere Varianten des Altfranzösischen oder sogar Sprachen, die nicht dem Lateinischen entstammten, insbesondere Okzitanisch, das vornehmlich in den südlichen Teilen Frankreichs gesprochen wurde.
 
Bretonisch ist ein weiterer dieser „nicht vollwertigen“ Dialekte. Franzisch wurde hingegen schon bald
die Standardversion des Französischen, ganz einfach wegen der wachsenden Bedeutung der Stadt Paris als politischem und kulturellem Zentrum. Der Pariser Dialekt wurde sogar tatsächlich während der Französischen Revolution gesetzlich vorgeschrieben. Nachdem dieses Gesetz erlassen war, verfolgte die französische Regierung energisch den Erhalt ihrer Sprache und wer dabei erwischt wurde, einen anderen Dialekt, wie zum Beispiel Okzitanisch oder Bretonisch, zu sprechen, wurde häufig — und vielleicht überraschenderweise — wegen Hochverrats angeklagt. Dies war sogar bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts die Regel. Aus dem Altfranzösischen entwickelte sich Mittelfranzösisch, das während des 14. bis zum 16. Jahrhundert gesprochen wurde.
 
Mittelfranzösisch unterschied sich von seinem Vorgänger dadurch, dass es eine gebildetere Sprache war, die sich durch zahlreiche Wörter, Redewendungen und Ausdrücke auszeichnete, die aus anderen Sprachen, neben Latein besonders Italienisch und Griechisch, entliehen waren. Das Volk wurde ermutigt, seine Sprache weiter zu entwickeln und auszubauen, und sich auf die Erschließung seiner Literatur zu konzentrieren.
 
Modernes Französisch, wie wir es heute kennen, entwickelte sich während des 17. Jahrhunderts, insbesondere nach der Gründung der „Académie Française“ durch Kardinal Richelieu im Jahr 1635, die zum Ziel hatte, sowohl die Struktur, Vollständigkeit und Reinheit der Sprache zu bewahren — was im Wesentlichen bedeutete zu verhindern, dass fremde Einflüsse, besonders aus der englischen Sprache, Eingang ins Französische fanden — als auch ihre kulturelle Bedeutung zu erhalten und ihre Literatur zu entwickeln. Seit damals wurde die französische Sprache, besonders ihr Stil, von verschiedenen Bewegungen und Ären, wie der Romantik, beeinflusst.
 
Letztendlich hat sich ihre Sprachstruktur jedoch seit der Zeit des Mittelfranzösischen nicht sehr geändert. Literatur und Bildung haben ebenfalls in bedeutendem Umfang zur modernen Standardisierung der französischen Sprache beigetragen. Französisch wird nicht nur sowohl in Frankreich und großen Teilen Westeuropas als auch afrikanischen und lateinamerikanischen Gebieten gesprochen, sondern ist außerdem die zweite offizielle Landessprache Kanadas.
 
Patrick arbeitet als Linguist für Lingo24, einem Anbieter für erstklassigen Übersetzungsservice für Französisch.
 
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