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Dieser Kompromiss wird im Industriedesign für gewöhnlich unter dem Schlagwort „Form follows function" definiert. Die Produktdesigner müssen ihre Überlegungen also dergestalt aufbauen, dass die endgültige Designidee um ein nacktes, rein funktionsfähiges Modell konstruiert wird.

Das kann zum Beispiel ein Mobiltelefon sein. Es wird mit einem Gerüst aus funktionsfähigen Einzelteilen begonnen, die optisch und taktil vermutlich nicht sehr ansprechend sind. Diesem Gerüst nun eine äußere Form zu geben, die gleichzeitig als interessant oder innovativ empfunden wird, ist der eigentliche Prozess namens Konsumgüterdesign. Dabei darf die Funktionsfähigkeit nicht beeinträchtigt werden. Im Zweifelsfall hat ein Produktdesigner also sämtliche schön anzusehenden, aber nutzlosen (oder gar ernstlich die Funktionsfähigkeit beeinträchtigenden) Ideen aus dem Konzept zu streichen.

Umgekehrt kann auch mit einem nicht funktionsfähigen Designmodell begonnen werden. Hier wird nun überlegt, wie man die Funktionen am besten in das Modell einbauen kann. Der Designer sollte dabei allerdings bereits im Vorfeld einige für gutes Industriedesign unabdingbare logische Überlegungen angestellt haben: das Modell braucht Platz für ein Tastenfeld und einen Bildschirm, und auch der Stecker für einen Ladeadapter muss irgendwo Platz finden.

Damit es dabei nicht zu nutzlosen und unbrauchbaren Entwicklungen kommt, arbeiten die designtechnischen Abteilungen einer Firma eng mit der Forschungs- und Technikabteilung zusammen. So sind beide über die aktuellen Entwicklungen und Neuerungen auf dem Laufenden, und können ihre Konzepte optimal aufeinander abstimmen.

Da allerdings die in diesem Prozess involvierten Mitarbeiter regelmäßig mit solchen Problemen konfrontiert sind, haben sie eine leicht exponierte Position gegenüber dem alltäglichen Benutzer des Produkts. Daher gehört zum Industriedesign auch eine Phase, in der solche Ideen von der Marktforschung an Testkunden erprobt werden.

So arbeiten also verschiedene im Konsumgüterdesign tätigen Abteilungen zusammen, um ein optimal nutzbares und gleichzeitig interessant gestaltetes Produkt anzubieten.