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Arbeit im Wandel: Vom industriellen Zeitalter bis zur Gegenwart
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Ralph Schuenemann
Ein Mensch bleibt Mensch... 
Von Ralph Schuenemann
Herausgegeben am 15.09.08
 
Bis zum achtzehnten Jahrhundert erwirtschafteten sich die meisten Gruppen ihren Unterhalt als Selbstständige durch Feldwirtschaft und Viehzucht. Mit dem Anfang des industriellen Zeitalters und die damit verbundene Entstehung der so genannten Arbeitsteilung veränderte sich der Ausgangszustand.

Arbeit im Wandel: Vom industriellen Zeitalter bis zur Gegenwart

Die Entstehung des sekundären Wirtschaftssektors Industrie (und dann auch des tertiären Sektors Dienstleistungen) hinterließen einen bleibenden Eindruck in der Arbeitswelt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine Arbeiterklasse, die als nicht unabhängige Beschäftigte bei einem Unternehmen beschäftigt waren und für ihre Leistung durch Geldzahlungen entlohnt wurden. In Deutschland besserten sich die besonders zu Beginn des industriellen Zeitalters doch sehr schlechten Arbeitsbedingungen durch Arbeitnehmervertretungen, tarifliche Verträge und staatliche Gesetze wie zum Beispiel Kündigungsschutz. Mit den Veränderungen der Arbeitsbedingungen ging nach dem zweiten Weltkrieg auch ein Wachstum der Sicherheit des Arbeitsplatzes einher. Daher war es zu Zeiten des sogenannten Wirtschaftswunders in der Bundesrepublik ab 1950 nichts Ungewöhnliches, wenn ein Arbeitnehmer über mehrere Jahre oder gar dutzende Jahre bei einem Betrieb angestellt war oder gar sein komplettes Leben lang bis zum Anfang seiner Pensionierung ständig in dem selben Unternehmen beschäftigt war. Demgemäß wurden mit den Arbeitern sehr häufig feste Arbeitsverträge ohne Determinierung abgeschlossen, wodurch die Arbeitnehmer eine große Sicherheit zum Planen und für ihren Arbeitsplatz erlangten. Das Ende des kalten Krieges und der Anfang der Globalisierung verursachten große Umwandlungen für die Handelswelt der europäischen Industrienationen und besonders für die deutsche Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in Deutschland mit sich. Da Deutschland ein Hochlohnland ist und die Arbeiterlöhne in Osteuropa und den asiatischen Staaten wesentlich niedriger sind, wurde Anpassungsfähigkeit im Personalbereich für Unternehmen besonders wichtig, weshalb determinierte Arbeitsverträge und Zeitarbeit an Bedeutung gewannen und die Personalfluktuation in den Betrieben in die Höhe stieg. Wegen der beträchtlichen Arbeiterlöhne und staatlichen Hürden wie zum Beispiel dem mehrfach erörterten Kündigungsschutz stellten Unternehmen neue Mitarbeiter oftmals nur für eine gewisse Frist ein oder es gab ganz einen Verzicht auf Schaffung noch nicht vorhandener Arbeitsplätze. In Deutschland führte dies zu einem enormen Wachstum der Nichtbeschäftigten auf mehr als 5 Mio. Gruppen.In Deutschland probierte die rot-grüne Bundesregierung innerhalb der sogenannten Rezessionsjahre ab 2001, die Nichtbeschäftigten zu Bekämpfen und die Wirtschaft anzutreiben. Dafür wurden die sogenannten Agenda 2010 und die Hartz-Reformen entwickelt, welche vor allem eine Stärkung der Zeitarbeit durch den Abbau von strikten Richtwerten wie zum Beispiel einer maximalen Überlassungsdauer in die Wege leiten sollten. Für Unternehmer hat Zeitarbeit den Vorteil, dass bei besonders hoher Erschöpfung eines Betriebes über solche Dienstleister ganz fix Mitarbeiter hinzugezogen werden können. Solche Arbeitnehmer sind bei der Firma für Zeitarbeit beschäftigt und werden von ihr vergütet. Sobald die Beschäftigung in dem ausleihenden Unternehmen sinkt, muss der Beschäftigten nicht weiter von dieser Firma angestellt werden und die Firma für Zeitarbeit sucht eine neue Firma für ihn. Die Personallogistik übernimmt somit die Zeitarbeitsfirma. Der größte Nutzen für den Beschäftigten ist, dass er den Zustand der Nichtbeschäftigten überwindet, praktische Sachkenntnisse sammeln kann und bei zufriedenstellender Arbeit eventuell auch Chancen auf eine Übernahme und somit eine Festanstellung in einem Unternehmen besitzt. Der Bereich Zeitarbeit und Personaldienstleistung gewann wegen der Lockerung gesetzlicher Vorschriften somit wesentlich an Zuneigung, was zur Konsequenz hatte, dass mehrere Unternehmen seit mehreren Jahren alternierend zur sogenannten Stammbelegschaft vermehrt auf Beschäftigten zurückkommen. Somit trug auch die Zeitarbeit Deutschland seinen Anteil zum merklichen Rückgang der Nichtbeschäftigten seit dem Jahr 2006 bei.

Ralph Schuenemann
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