Ein Festplattencrash hat oft fatale Folgen: Bei mechanischer oder elektronischer Beschädigung der Festplatte ist eine Datenrekonstruktion in der Regel für einen Privatmann nicht zu bezahlen. Alleine die Analyse in einem Fachbetrieb liegt oft zwischen 200 und 500 EUR eine Datenrettung im Reinraum dann auch gut und gerne bei 2000 EUR – Grenze nach oben offen!

Dabei ist es recht einfach dem Datenverlust vorzubeugen und die Festplatte regelmäßig zu sichern und zu überprüfen. Sollten die Daten 'nur' softwareseitig beschädigt sein, ist eine Datenrekonstruktion recht einfach und günstig möglich.

Nur solange die Platte läuft macht sich kaum ein Anwender Gedanken über das Risiko. Wir haben es aber hier mit einem Gerät zu tun, dass oft stundenlang am Stück absolute Höchstleistung vollbringen muss und sich mit meist 7200 Umdrehungen pro Min. oder mehr bewegt. Das ist wie ständiges Vollgas in Ihrem Auto, wenn Sie nicht gerade einen Boliden wie Michael Schuhmacher fahren... Natürlich sind die heutigen Festplatten für diese Leistung ausgelegt, aber immer wieder passiert es doch, dass sich Partikel in der Festplatte lösen und sich zwischen Schreib/Lesekopf und Oberfläche setzen, die sich sonst nicht berühren und nur Bruchteile von Millimetern auseinander sind. Setzt sich nun ein Staubkorn oder ein abtrünnig gewordenes Teil der Datenscheibenoberfläche hier zwischen, kracht es gewaltig und die Scheibe drückt es mit 7200 U/Min zwischen Schreib-/Lesekopf und Scheibe. Datenbereiche werden zerstört und weitere Partikel werden gelöst die neue Fehler hervorrufen. Auch Fehler in der Magnetarretierung des Armes des Schreib-/ Lesekopfes lassen den Kopf auf die Scheibe aufsetzen. Diese so genannten Headcrashes sind das Übelste, was einem PC-User passieren kann und sind in der Regel auch nicht reparabel.

Elektronikfehler in der Steuerplatine sind dagegen eher eine Kleinigkeit. Eine Elektronik aus einer baugleichen Festplatte erweckt den Havaristen dann oft zu neuem Leben. Daten bleiben meistens verschont.

Checken Sie regelmäßig Ihre Festplatte!

Die windowseigenen Testprogramme wie Scandisk oder Chkdsk sind schon mal ein Anfang für einen Test. Die wertvollsten Ergebnisse bekommen Sie jedoch von Testprogrammen der jeweiligen Festplattenhersteller, die ihre Testprogramme auf die Hardware optimal abgestimmt haben. Oft bieten Hersteller diese Testprogramme kostenlos als ISO-File für eine bootfähige CD auf Ihrer Internetseite an. Gebrannt und von CD gebootet kann so die Festplatte außerhalb von Windows & Co. auf Herz und Nieren geprüft werden.

Sichere richtig, das ist wichtig!

Nichts ersetzt eine gute Sicherung. Es gibt keine Hardware die so gut ist, wie eine einfache Sicherung. Selbst der beste Formel1-Wagen hat mal einen Motorfehler oder wird – wo die gute Technik keinen Einfluss hat – vor die nächste Wand gefahren. Eine Sicherung hilft, wenn Sie unabsichtlich Daten überschrieben oder unwiederbringlich gelöscht haben oder eine falsche Version abgespeichert wurde. Eine gut durchdachte Sicherung nimmt nicht viel Zeit und Aufwand in Anspruch und ist schnell und für wenig Geld eingerichtet. Spätestens beim nächsten Problem macht sich die Investition bezahlt.

Je nach Datenmenge empfehlen sich Sicherungen auf DVD oder externen Festplatten. Sicherungsmedien wie Bandlaufwerke & Co. gehören im Privatbereich sicherlich der Vergangenheit an. Selbst im Profigeschäftsbereich werden mittlerweile häufig redundante Netzwerksicherungssysteme oder Onlinesicherungen genutzt.

Für den Privatanwender sicherlich am effektivsten: Eine Sicherung auf USB- oder Netzwerkfestplatte an einem Router. Auch hier darf nicht vergessen werden, dass es sich um Festplattensicherungen handelt, die ebenso ausfallen könnten. Also ganz wichtige Daten noch einmal auf ein zweites Medium sichern. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass beide Speicherorte auf einmal ausfallen. Sichern Sie so, wie Ihnen Ihre Daten lieb sind! Wenn Sie die digitalen Fotos Ihres neu geborenen Kindes oder Ihrer Hochzeit um jeden Preis aufbewahren wollen, dann sichern Sie lieber einmal mehr als zu wenig. Wie viel ist Ihnen Ihre gerade erstellte Lohnsteuererklärung wert, an der Sie das ganze Wochenende gesessen haben?

Tipp!
Sicherungslaufwerke nur für die Zeit der Sicherung mit dem Stromnetz-Netz und dem PC verbunden lassen. Es wäre nicht das erste Mal, das allen an Strom angeschlossenen Geräte durch Blitzschlag der Gar aus gemacht wurde.

Wir sichern unseren Firmenserver mit zwei externen Festplatten, die abwechselnd hausextern gelagert werden. Eine zusätzliche wöchentliche Sicherung bringt Flexibilität bei Rückgriff auf ältere Daten. So werden selbst bei einem Brand maximal die Tagesdaten zerstört.

Für den Privatmann empfiehlt sich eine externe Festplatte mit einem Sicherungsprogramm wie z.B. Symantec Ghost. Diese Software ist einfach zu bedienen und sehr übersichtlich. Geplante Sicherungen werden auf Wunsch täglich, wöchentlich oder monatlich durchgeführt und über einen Status werden Sie immer auf dem Laufenden gehalten, wenn mal etwas nicht stimmt.

Bei Fragen zu Sicherungstechniken oder Hilfe bei Datenverlust wenden Sie sich an einen unserer Techniker direkt live über das Internet unter www.windows-doktor.de