Als Irrigator wird die künstliche Einleitung von Flüssigkeit in den Analkanal bezeichnet, welche eine Einweichung der Darmsubstanzen und deren Ausscheidung zur Folge hat. In vielen Spitälern und auch zu Hause benützt, dient der Irrigator als nützliche Alternative zu Medikamenten gegen Verstopfung. Dazu wird klassisch eine Wasserpumpe mit Verlängerungsrohr benützt, die man dem Patienten in den After einführt. Es gibt aber auch spezielle Geräte für Klistier. Für Auffuhr hat ein kürzlich im Verkauf erschienenes Produkt zur einfachen Selbstdurchführung von Einläufen erzeugt. Vor allem in Zeiten des Fastens und Entschlackens ist eine regelmässige und bewusste Darmbereinigung wieder zum Thema geworden. Doch auch bei hartnäckiger Verstopfung des Verdauungstraktes oder bei allgemeiner Darmträgheit hat die Technik unschlagbare Vorteile.
Die Idee ist simpel: Anstatt den Organismus mit abführenden Medikamenten zu belasten (die ohnehin zu unangenehmen Nebenwirkungen geführt haben - Krämpfe, Blähungen, unkontrollierter Stuhlgang), behebt man Darmprobleme direkt über den After. Zwar macht die Vorstellung, äussere Flüssigkeiten in den Analkanal einzuführen, anfangs Bedenken, doch erweist sie sich bei genauerer Betrachtung als weit schonungsvolleres Mittel als Abführmittel oder Ernährungsdiäten. Ein Klistier hat den Vorteil, ohne Umwege an die Problemstelle zu gelangen: Dort, wo sich schädliche Stoffe oder verhärteter Stuhl angesammelt haben. Eventuelle Hemmschwellen vor Entblössung werden durch die Möglichkeit, den Irrigator selbständig daheim durchzuführen, überflüssig. Genau deshalb wird die Methode vermehrt auch von Ärzten und Apothekern empfohlen, welche dem neuen Gerät eine erfolgreiche Zukunft vorhersagen.
Eigentlich ist diese Rückkehr zu einer uralten Technik nicht erstaunlich. Ein Klistier wurde schon im Altertum zur regelmässigen Entstopfung und Bereinigung des Darmtraktes benützt. Als Beispiel mag die Vorstellung von Hippokrates von Kos (460 – 377 v. Chr.) dienen, wonach die Gesundheit des Menschen auf dem Gleichgewicht der Körpersäfte beruhe. Ein Irrigatorhalf schon damals, schädliche Substanzen aus dem Körper zu evakuieren. Neu ist heute aber die Einfachheit und der Komfort, mit dem der Vorgang durchgeführt werden kann. Der Weg zum Arzt und die tagelangen Qualen bleiben bei Verstopfungen somit erspart.
Kathrin Grieder, info(at)orgawell.ch