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Religion in der Türkei
- Von Christian Becker
- Veröffentlicht 17.02.08
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- Nicht beurteilt
Christian Becker
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Alle Artikel von Christian Becker anzeigenDie Schari'a, eingedeutscht Scharia, hat auch in der Türkei eine sehr große Bedeutung.
Es handelt sich bei der Scharia um die religiösen Gesetze. Die Scharia entspricht dabei von ihrer Charakteristik der jurisprudentia der Römer. Wie auch diese erstreckt die Scharia sich nämlich auf alle Beziehungen des religiösen, sowie des bürgerlichen und letztlich auch des staatlichen Lebens im Islam.
Die Schari'a ist dabei für die Muslime der verbindliche Wegweiser für ihr Leben. Dieser Wegweiser soll sie zu Gott führen. Seit Mitte der 1970er Jahre nimmt die Bedeutung der Schari'a in allen islamischen Ländern wieder merklich zu. Auch in der laizistischen Türkei fordern viele einflussreiche Politiker die Rückkehr zum islamischen Schari'a-Recht. Scharia und Islam werden dabei als gleichbedeutend angesehen.
Als Rechtsgrundlage ist die Scharia dabei in vielen islamischen Ländern die Rechtsgrundlage, so zum Beispiel auf den Malediven, wie auch im Iran, in einigen Teilen Nigerias, in Saudi-Arabien, wie auch in Gambia, im Senegal, in Kuwait, in Katar, aber auch im Sudan und in Afghanistan, wie auch im Jemen, in Bahrain und der autonomen indonesischen Provinz Aceh, darüber hinaus aber auch Teilen von Pakistan. – Alles samt viele Länder, die sich auch gen Westen öffnen, bzw. geöffnet haben.
Die Diskussion um Scharia macht die Beitrittsverhandlungen der Türkei zu Europäischen Union nicht gerade einfach, denn in keinem zur Europäischen Union gehörenden Staat ist die Scharia die Rechtsgrundlage. Lediglich Griechenland gibt der muslimischen Minderheit im Familienrecht und in ihrem persönlichen Status betreffenden Angelegenheiten die Möglichkeit die Scharia anzuwenden. Zurück geht diese Regelung auf den Vertrag von Sévres.



