Autor und Redakteur Vier Kandidaten werben stadtweit im Oberbürgermeister-Wahlkampf mit Plakaten um die Aufmerksamkeit der Wählerinnen und Wähler. Dabei werden zwei unterschiedliche Plakatformen und drei unterschiedliche Techniken angewandt. Zunächst einmal unterscheidet man zwischen Klein-(Personen-)Plakaten und Großplakaten. Letztere wurden in diesem Wahlkampf nur vom Amtsinhaber und dem CDU-Herausforderer geordert. Sie sind immer noch sehr teuer, weil man Standmiete (in Magdeburg pro Großplakat ca. 400 Euro für sechs Wochen) und die Druckkosten bzw. den Aufwand für die Plakatpflege bezahlen muss.
Der Amtsinhaber von der SPD, Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, bedient sich der Hohlkammer-Plakate - angeliefert aus Italien. Wie bei der Bundestagswahl 2005, wo der SPD-Direktkandidat Küster fast jeden zur Verfügung stehenden Masten behängen ließ, wird jetzt an den "erlaubten" Pfosten ein Doppel-, selten ein Einzelplakat befestigt.
Bei Hohlkammerplakaten wird durch das Bedrucken mit hochpigmentierten Farben ein Abregnen oder Ausbleichen der Plakate verhindert. Das Material ist leicht, 100%-ig recyclingfähig (MD sorgt für reichlich Recycling ...) und witterungsbeständig – sowohl gegen Nässe als auch gegen UV-Strahlung. Weitere Vorteile: Die Vorbereitung und das Handling der Plakatständer entfallen komplett, ebenso das Einkleistern der Plakate und die üblichen Trocknungszeiten. Außerdem können diese Plakate besser gelagert und leichter transportiert werden. Man braucht nicht mehr so viel Manpower der Partei bzw. der Sympathisanten wie früher/wie andere in Wahlkampfzeiten. Nachteil: "Vandalen", die in Wahlkampfzeiten auch in Magdeburg ihr Unwesen treiben, haben mit solchen Plakaten leichtes Spiel. Hohlkammerplatten sind auch nicht besonders sturmresistent, sie rutschen nach dem ersten richtigen Regen - wenn sie nicht mit einem "Anker", d.h. mit einem Draht oder Kabelbinder unter dem Plakat, befestigt sind.
Die CDU in Magdeburg - sie tritt mit dem Landtagsabgeordneten Wigbert Schwenke an - befestigt die Wahlplakate in "Klarsichthüllenform", immer vorbildlich hoch am Mast, kaum zugänglich für "Vandalen". Nachteil: Sturm und Wind rollen die Plakate auf; manches Plakat rollt schon in der Hülle; bei anderen flattert die Klarsichthülle oder nur noch die Halterung lose im Wind. Bei Nässe beschlägt das Plakat leicht. Bei Sturm wird oft Plakat plus Halterung abgerissen. Vorteil: Zumindest die Halterung kann im nächsten Wahlkampf erneut verwendet werden.
Die FDP und die Bündnisgrünen nutzen die traditionelle Plakattechnik. Das Plakat wurde bei der FDP auf dem Computer von OB-Kandidatin Dr. Lydia Hüskens MdL erstellt und dann als PDF-Dokument an die Druckerei geschickt. Plakatträger und Plakate werden eingekleistert; die Plakate dann aufgeklebt. Sie müssen eine gewisse Zeit trocknen. Nachteil: Transportprobleme (im Vergleich mit Hohlkammerplatten), Witterungseinflüsse und Anbringung (Draht oder Kabelbinder) - was eine gute Plakatpflege erforderlich macht. Sonst hält das Plakat nicht auf der 2,25 m-Höhe, die die Stadt vorschreibt, oder rutscht sogar auf den Boden. Vorteile: bessere Wahrnehmung im Straßenbild als bei der "Wimpeltechnik"; Wiederverwertbarkeit der Plakatträger ist gegeben; "Vandalen" beißen sich an den Platten oftmals "die Zähne aus" (wenn sie gut, d.h. mit einem Anker, befestigt sind).
Das Wichtigste: Die Plakate werden von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern angebracht und - im festgelegten Zeitraum von 14 Tagen nach der Wahl - auch wieder abgenommen. Allen ehrenamtlichen Helfern muss man besonderen Respekt für die Arbeit zollen! Ohne diese Arbeit wäre die Wahlbeteiligung voraussichtlich noch geringer. Denn Gespräche mit den Bürgern während der "Plakatearbeit" und am Wahlkampfstand zeigen, dass längst nicht allen bewusst ist, dass am 9.3.2008 in Magdeburg Oberbürgermeister-Wahlen stattfinden. Bei der OB-Wahl 2001 gingen im ersten Wahlgang nur 36 Prozent, im zweiten Wahlgang gar nur 26 Prozent zur Wahl.
Die Vorgaben für die Plakatierung findet man in der Sondernutzungssatzung der Landeshauptstadt Magdeburg von 2007:
www.magdeburg.de
Einige "Auswüchse" bei der Plakatierung anlässlich der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2006 sind auf folgender Website zu sehen:
de.wikipedia.org/wiki/Landtagswahl_in_Sachsen-Anhalt_2006
Wahlkampftagebuch zur OB-Wahl in Magdeburg:
magdeburg-kann-mehr.blog.de
Satirischer Kommentar zur Magdeburger Kommunal- und Landespolitik:
hildegunst.blogspot.com
Regionalzeitung online:
www.volksstimme.de
Online-Stadtmagazin mit Vorstellung der Kandidaten:
www.urbanite.de/magdeburg/