Vier Ausstellungsschwerpunkte bilden den Rahmen der sich um das „moderne" Lebenspannt. „Wolnosc" (Freiheit), nimmt Bezug auf die Gewerkschaft „Solidarnosc" und repräsentiert sich nunmehr in Verbindung mit vier Biermarken, die sich nur durch die graphische Markenpräsentation unterscheiden, aber alle von einem international tätigen Konzern stammen. Ist die Möglichkeit der Wahl zwischen vier Biermarken die Freiheit, die sich die Solidarnosc-Bewegung vorgestellt hatte?
In einem Video eines zu Schrott gefahrenen Unfallautos wird dieses in einer modernen Autowaschanlage vorn vorne und von hinten in einer Endlos- Waschschleife gezeigt. Immer wieder, immer wieder wird das Unfallauto gewaschen und getrocknet und trotz dieser unendlich scheinenden Prozedur wird es nicht wieder heil. Fleckenstein spielt dabei auf die überdurchschnittlich hohe Zahl an Verkehrstoten in Polen an und die gleichzeitige Verehrung des Autos als Mittel der Machtdemonstration.
Da die architektonisch vorbildlich restaurierten historischen Innenstädte in Polen mit Billboardwänden und temporären Reklametafeln überzogen sind, ist dies für ihn Anlass, denBesucherdurch ein Labyrinth von Plakatwänden mit der Aufschrift„Ich hasse Billborde" zu zwängen.Die nun auch in Polen allgegenwärtigen Rauchverbote motivieren ihn, einen ganzen Raum mit diesen Verbotschildern zu plakatieren und mitten in den Raum einen Abendmahltisch aus weißen Plastiktischen und –Stühlen zu stellen, der mit Coca-Cola und Big Mac`s eingedeckt ist. „Zivilisiert und Aufgeklärt" lautet der sinnige Titel dieses Ausstellungsbereiches.
Die große Lust der Polen an der englischen Sprache und die Hunderttausende von„polnischen Gastarbeitern" in England, machen es verständlich, dass der Titel der Ausstellung „ New polish way of life"in Englisch erscheint.
Weitere Informationen: www.kurt-fleckenstein.com