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BANKNOTEN - Hightech in Papierform
- Von Bernd Schenk
- Veröffentlicht 15.01.08
- Finanzen
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Beurteilung:




Bernd Schenk
Diplomingenieur (FH) Elektrotechnik | Sachverständiger (aD) | Patentingenieur (Freiberufler) | Gesellschafter der Schenk & Jahr GbR
Alle Artikel von Bernd Schenk anzeigenBanknoten sind auch im Zeitalter der elektronischen Zahlverfahren kaum entbehrlich. Als Zahlungsmittel nehmen Banknoten nach wie vor einen hohen Stellenwert im Zahlungsverkehr ein. Da ist es kaum verwunderlich, dass sich zweifelhafte Gruppierungen der Fälschung jenes Papiergeldes widmen. Um diesem Phänomen entgegenzuwirken wurden insbesondere im Vorfeld der Einführung der europäischen Währung erhebliche Anstrengungen bei der Entwicklung des europäischen Papiergeldes unternommen. Die in der Europäischen Währungsunion angesiedelten Zentralbanken waren demnach bereits am 01.01.2002 - also am Tag der Inverkehrbringung des neuen europäischen Geldes - in der Lage, Banknoten mit ausgesprochen hohen Sicherheitsstandards in Umlauf zu bringen.
Die dabei eingesetzten Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren bewegen sich auf höchstem technischen Niveau, so das letztlich „Hightech in Papierform" entstand. Nur so konnte es gelingen, Techniken, wie beispielsweise den so genannten Stichtiefdruck oder auch einen gestochen scharfen Mikroschriftdruck, in der Praxis umzusetzen. Unter dem Stichtiefdruck wird ein Verfahren verstanden, bei dem das Druckmotiv in eine Druckplatte vertieft eingearbeitet ist, so dass nur die vertieft liegenden Motivbereiche farbgefüllt sind und letztlich auf dem mit der so vorbereiteten Druckplatte bedruckten Papier ein erhabenes Motiv entsteht. Daher weisen die Euro-Banknoten auf ihrer Vorderseite mehrere ertastbare Schriftzüge auf. Dazu zählen auch die reliefartigen, am rechten Rand auf der jeweiligen Vorderseite der 200 Euro und 500 Euro Banknoten angeordneten Linienanhäufungen. Mit Hilfe eines weiteren Sonderdruckverfahrens sind zudem auf der Vorderseite der Euro-Banknoten, beispielsweise innerhalb der Buchstaben des Begriffs „EYPΩ" (griechisch für „EURO"), Schriftzeichen in Microschrift, das heißt mit einer Zeichenhöhe von 0,8 mm und auch von 0,2 mm, aufgedruckt. Durch die Textur des verwendeten Papiers, welches im Übrigen aus reiner Baumwolle hergestellt ist, ergibt sich ein weiteres haptisches Kennzeichen der europäischen Geldscheine.
Die Euro-Banknoten sind ferner mit einem Durchsichtsregister und mit jeweils einem bereits von früheren Banknoten bekannten Wasserzeichen sowie Sicherheitsfaden versehen. Bei dem Durchsichtsregister handelt es sich um eine Kennzeichnung der Banknoten, welche in der Vorderansicht in der linken oberen Ecke platziert ist. Fragmentartige, sowohl auf der Vorderseite als auch auf der Rückseite der Geldscheine aufgedruckte Elemente ergeben bei einer Gegenlichtbetrachtung einen ganzheitlichen Zahlenwert. Das vertraute Wasserzeichen wird erzielt durch eine Ausprägung unterschiedlicher Materialstärken im Zuge des Fertigungsprozesses des Ausgangspapiers. Der Sicherheitsfaden wird ebenfalls während der Papierherstellung in das Baumwollmaterial eingebracht und bildet im Gegenlicht ein dunkelgraues Band mit darin vorkommenden Euro-Schriftzeichen. Ein weiteres, leicht erkennbares Kennzeichen ist die kodierte Seriennummer, welche mitunter einen Ländercode des jeweiligen Banknoten ausgebenden Landes beinhaltet.
Zu den optischen Sicherheitsmerkmalen zählen darüber hinaus Elemente einer Spezialfolie und Elemente einer Perlglanzfolie. Auf der Vorderseite der 5, 10 und 20 Euro Geldscheine ist im Bereich des rechten Randes besagter Banknoten jeweils ein Spezialfolienstreifen aufgebracht, der mit einer Hologramm-Funktion versehen ist. Geldscheine mit Werten von 50, 100, 200 und 500 Euro weisen im Vergleich dazu auf ihrer Vorderseite im rechten unteren Bereich jeweils ein Spezialfolienelement auf, das je nach Blickwinkel verschiedene Abbildungen in einem Hologramm wiedergibt. Betrachtet man den Folienstreifen oder das Folienelement im Gegenlicht, so werden Perforationen sichtbar, die das Zeichen „€" bilden. Ergänzend sind die Banknoten der erstgenannten Kategorie auf ihrer Rückseite jeweils mit einem Perlglanzstreifen versehen, auf dem wechselweise das Euro-Zeichen und der Nennwert des Geldscheins abgebildet sind. Banknoten der zweitgenannten Kategorie sind dagegen mit einem optisch variablen Farbelement gekennzeichnet, welches sich auf der Rückseite im rechten unteren Bereich eines jeden Geldscheins befindet. Ferner sind weitere visuelle Sicherheitsmerkmale vorgesehen, die allerdings nur mit geeigneten Lichtgeräten erkennbar sind. Zum einen kommen fluoreszierende Fasern und fluoreszierende Druckfarben auf den Banknoten zum Einsatz, die nur bei einer Bestrahlung mit UV-Licht sichtbar werden. Zum anderen sind infrarotempfindliche Druckfarben in Verwendung, zu deren Sichtbarmachung eine Lichtquelle mit Infrarotstrahlung nötig ist.




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