Wer in der Schule gerne Aufsätze geschrieben hat, mag auch in späteren Jahren das Schreiben nicht ganz verlernt haben. Wer träumt nicht davon, einmal das eigene Buch in den Händen zu halten oder gar in den Bestsellerlisten der einschlägigen Nachrichenmagazine gelistet zu sein? Diese Gunst ist aber nur sehr wenigen Autoren gegönnt und wer sich die Toplisten der erfolgreichsten Bücher ansieht wird feststellen, dass die Mehrzahl der Autoren bereits vor der Veröffentlichung des jeweiligen literarischen Machwerkes über einen öffentlich bekannten Namen und somit einen hohen Bekannheitsgrad verfügten. Mit einer Buchveröffentlichung wird man nicht berühmt, man darf ein Buch veröffentlichen, weil man berühmt ist. Und wenn man sich einmal die Namen ansieht, welche prominenten Größen sich alles zum Schreiben berufen gefühlt haben, so darf man bewusst stutzen, welch ungeahnte Talente doch offenbar in vielen Menschen des öffentlichen Lebens stecken, die man manchem vermeintlichen Autoren kaum zugetraut hätte. Manch ein prominenter Schreiber mag da Hilfe von einem Co-Autoren erhalten oder mittels eines Ghostwriters vielleicht ein ganzes Buch in seinem Namen in Auftrag gegeben haben. Wer mit dem Schreiben beginnt, muss nicht notweniger Weise einen kompletten Roman in Angriff nehmen. Kurzgeschichten bieten die Möglichkeit den eigenen Schreibstil unbedarft fortzuentwickeln, ohne dass die Notwendigkeit besteht, einen komplexen Aufbau zu konstruieren, wie er bei einem in Kapitel unterteilten Roman vonnöten ist. In einer Kurzgeschichte kann der Handlungsverlauf knapp erzählt und mit einer flotten Handlungsdichte konstruiert werden, die den Leser aufgrund ihrer Kürze leichter bei Stimmung halten kann als ein Roman, der sich über viele hundert Seiten hinweg streckt. Eine nette Übung das Schreiben zu erlernen ist es, zu versuchen einmal einen Text voller Blödsinn zu entwickeln. Nicht alles muss immer seinen tiefen Sinn haben und wer seinen Gedankenströmen freien Lauf lässt, erzielt manchmal die besseren Ergebnisse als durch selbst auferlegte Zwänge und Disziplinen. Wer auf diesem Wege die Kunst des Schreibens übt, mag schon bald Gefallen daran finden, eigene Gedanken und Welten sprachlich zu Papier zu bringen.