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Rap - Begriff aus der Musik
- Von Alex Kiefer
- Veröffentlicht 04.01.08
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- Nicht beurteilt
Alex Kiefer
Mein Name ist AleX Kiefer, ich bin 28 Jahre und von Beruf Fitnesstrainer.
Alle Artikel von Alex Kiefer anzeigenBegriffe aus der Musik - Rap
Der Rap: Ende der 1970er Jahre in den USA aufgekommener Musikstil, der im Sommer 1979 in der Diskoszene New Yorks fast schlagartig Furore machte. Der Begriff ist abgeleitet von dem amerikanischen Slangausdruck to rap (= »quasseln«) und bezieht sich auf die vor allem in den afroamerikanischen Diskotheken entwickelte rhythmische Schnellsprechpraxis der Diskjockeys bzw. der mit ihnen kooperierenden Masters of Ceremony, die mit rasanten Wortkanonaden und dem im raschen Wechsel raffinierten Ineinanderfahren von Titelfragmenten eine äußerst dynamische, zum Tanzen animierende Atmosphäre erzeugten. Dafür wurde eine schon Mitte der 1970er Jahre von dem damals dreizehnjährigen Diskjockey Grand Wizard Theodore (Theodore Livingstone, geb. 1963) entwickelte und als Scratching bezeichnete spezielle Technik benutzt, bei der die Schallplatten durch Zwischenlegen einer Filzscheibe auf dem Plattenteller beweglich gemacht sind. Trotz laufendem Plattenteller können sie angehalten und mit der Hand rhythmisch hin und her bewegt werden, so dass aus der Musik heraus ein rhythmisiertes Geräusch entsteht, das jederzeit durch Loslassen der Platte wieder in Musik übergehen oder zu einer auf einem weiteren Plattenspieler laufenden Platte hinzugemischt werden kann.
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Ende der 1970er Jahre wurde das in einen Musikstil umzusetzen versucht, der der Praxis, unterschiedliche Ausschnitte aus einem oder mehreren Titeln auf diese Weise zu einer virtuosen Mixtur zusammenzufahren, optimal angepasst war. Seine Wurzeln liegen in der afroamerikanischen Soul und Funk Music sowie der Straßenmusik der Ghettos. Dieses ganz auf die Rhythmik hin angelegte Klangmuster des Rap basiert auf einem ausgefeilten Wechselspiel zwischen Schlagzeug und beweglich springendem Funk-Bass, worüber eine Fülle zusätzlicher Perkussionseffekte gelegt sind, so dass davon eine geradezu zwingende motorisch stimulierende Wirkung ausgeht. Unterstützt wird das durch einen die Schnellsprechpraxis der Diskjockeys imitierenden rhythmisch skandierten Sprechgesang das charakteristische Kennzeichen des Rap. Dazwischen sind riffartige Bläserphrasen geschoben, die sich ebenfalls dem rhythmischen Grundmuster anpassen. Bei der Live-Aufführung werden die Sänger von einem Diskjockey begleitet, der ihnen die Musik aus Plattenaufnahmen als instrumentalen Background zusammenmischt. Dafür wurden den an das Format der Maxi-Single angepassten Raps auf der B-Seite der Platte das Grundband noch einmal beigegeben. Diskjockeys wie Kool Herc (Clive Campbell, geb. 1955) und Afrika Bambaataa (Kevin Donovan, geb. 1957) haben diese frühe Phase
Einer der ersten Titel, der auf Tonträger veröffentlicht wurde und in die Hitparaden vorstieß, war »Rapper's Delight« (1979) von der Sugarhill Gang, eine kommerzielle Produktion, die kaum etwas mit der bestehenden Straßenkultur zu tun hatte, aber dem Label Sugar Hill Records vorübergehend eine führende Rolle in dieser Szene bescherte. Daneben waren es vor allem die ehemaligen Diskjockeys Grandmaster Flash (Joseph Saddler, geb. 1958) mit seinen Furious Five und »The Birthday Party« (1981) und Kurtis Blow (Curtis Walker, geb. 1959) mit »Christmas Rappin'« (1979), die dem Rap auch international zu einem raschen Durchbruch verholfen haben und aus ihm in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre eine Musikmode werden ließen, die in allen möglichen Spielarten der populären Musik dann aufgegriffen wurde. Rap-Gruppen und Musiker hat es so auch in nahezu allen europäischen Ländern mit außerordentlichem Erfolg gegeben. In Deutschland repräsentieren insbesondere Die Fantastischen Vier (z. B. »Die da?«, 1992), aber auch die Mädchen-Band Tic Tac Toe (z. B. »Verpiss dich«, 1996) diesen Trend.
In den USA hat sich Rap im gleichen Zeitraum nicht nur deutlich ausdifferenziert, von den Heavy Metal beeinflussten Produktion der Gruppe Run DMC oder der literarisch ambitionierten Rap-Poesie Gil Scott-Herons (geb. 1949) bis hin zu den Pop-Versionen von Queen Latifah (Dana Elaine Owens, geb. 1970) und 2 Live Crew oder den Adaptionen für den weißen Popmusikmarkt durch Vanilla Ice und die Beastie Boys. Rap hat hier vor allem auch einen ausgeprägt politischen Bezug erhalten, der angesichts der dabei zum Ausdruck kommenden latenten Gewaltbereitschaft allerdings heftig umstritten ist. Gruppen wie NWA und Public Enemy, Musiker wie die ehemaligen NWA-Mitglieder Ice Cube (O'Shea Jackson, geb. 1969), Dr. Dre (Andre Young, geb. 1965) oder Ice-T (Tracy Morrow, geb. 1958) haben sich mit einer auch als Gangsta Rap bezeichneten Version dieser Musik zum unüberhörbaren Sprachrohr für die brutalen Ghetto-Erfahrungen afroamerikanischer Jugendlicher gemacht. Aber auch in den gemäßigteren Versionen von Snoop Doggy Dog (Calvin Cordozar Broadus, geb. 1972), R. Kelly (Robert Sylvester Kelly, geb. 1969) oder MC Hammer (Stanley Kirk Burrell, geb. 1962) hat diese Musik den expliziten Bezug auf die sozialen Erfahrungen ihres Publikums nicht verloren. Rap gehört nach wie vor zu den wichtigsten kulturellen Ausdrucksmedien junger Afroamerikaner in den USA.
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