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Sehr alte Automarken - Der LIoyd
- Von Alex Kiefer
- Veröffentlicht 09.12.07
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- Nicht beurteilt
Alex Kiefer
Mein Name ist AleX Kiefer, ich bin 28 Jahre und von Beruf Fitnesstrainer.
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Der Hersteller LIoyd (D)
Zwar wurden sie belächelt, aber in diesem Lächeln schwang unverkennbar stets Respekt, wenn nicht gar Bewunderung mit: die Lloyd «Leukoplastbomber». So nannte man sie, weil sie eine mit Kunstleder überzogene Sperrholzkarosserie besaßen und daher im Gegensatz zu lackierten Autos einen recht glanzlosen Anblick boten ...
Deutsche Lloyd-Personenwagen hatte es schon von 1906 bis 1914 gegeben, dann verband sich das Unternehmen mit Hansa. 1929 ging Hansa-Lloyd an Carl F.W. Borgward über; die Marke Lloyd aber sollte erst 1950 wieder auftauchen. Damals schuf die Lloyd-Maschinenfabrik GmbH in Bremen als Zweig der Borgward-Gruppe ein viersitziges Kleinstauto, einen echten «Volkswagen». Er wurde zum sensationell niedrigen Preis von 2800 DM angeboten und zeigte ähnliche Pontonform wie die Borgward Hansa 1500 und Goliath GP 700, jedoch mit Stummelheck. Angetrieben wurde dieser «hölzerne» Winzling von einem luftgekühlten Zweizylinder-Zweitaktmotor, und zwar über die Vorderräder. Aus 293 cm3 Hubraum resultierten bei 6,25:1 Verdichtung 10 PS bei 4000/min. Damit wurden gut 75 km/h erreicht. Die Chassisstruktur bestand aus einem Zentralrohr mit Plattform. Vorn wurde eine Einzelradaufhängung mit zwei übereinanderliegenden Querfedern eingebaut, hinten - ebenfalls nach Borgward-Schule - eine Pendelachse mit Querblattfeder verwendet. Es gab den Lloyd LP 300 bald auch mit einer Kastenkarosserie als Kombi (LS), und für 1952 erschien sogar ein zweisitziges Coupe (LC).
Aus dem LP 300 wurde 1953 der LP 400. Wie die Bezeichnung verrät, besaß der kleine Lloyd nun mehr Hubraum, nämlich 386 cm3, und die Leistung stieg damit auf 13 PS bei 3750/min. Auch äußerlich erfuhr das kleinste Borgward-Produkt eine starke Aufwertung. Die vorderen Kotflügelenden wurden auf Motorhaubenhöhe gezogen und mündeten dort in die Scheinwerfer aus. Die Frontscheibe wurde vergrößert und erhielt anstatt eines oberen nun zwei unten montierte Wischer. Auch das Frontgitter wurde hübscher, und an der Stoßstange prangten jetzt sogar zwei Hörner. Der Schweizer Presse wurde im Juli eine offenbar eindrucksvolle Pässefahrt geboten. In 11 Stunden Fahrzeit wurde ein Reisedurchschnitt von 46 km/h erreicht und 6,5 1 Gemisch je 100 km verbraucht.
In der Exportausführung hatte der LP 400 seitliche Blechverkleidungen statt des Kunstlederüberzugs. Das Modell S erhielt (für 1954) auch eine Motorhaube aus Stahlblech, und wenig später (November 1954) kam ein Stahldach mit großer Heckscheibe hinzu. 1955 wurde eine Cabriolimousine (LC 400) lanciert und die Ausstattung sämtlicher Modelle verbessert. Wesentliche Bedeutung kam jedoch der auf dem Frankfurter Salon des gleichen Jahres herausgebrachten Modellreihe 600 zu: Sie brachte nicht nur die zweite Hubraumvergrößerung, sondern gleichzeitig auch eine Abkehr vom Zweitaktmotor. Es handelte sich um einen luftgekühlten Zweizylinder-Viertaktmotor mit obenliegender Nockenwelle. Mit 596 cm3 Inhalt leistete er 19 PS bei 4500/min.
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Modell Alexander: Der Sommer 1957 brachte den inzwischen äußerst zahlreich gewordenen Lloyd-Anhängern - es wurden mehr Lloyd als Borgward und Goliath zusammen gekauft - den Alexander mit voll zwangssynchronisiertem Getriebe, einer komfortableren Federung, einem Kofferdeckel (bisher war der Kofferraum nur von innen zugänglich) und weiteren Karosserieaufwertungen. - Für die Inhaber des alten deutschen Führerscheins IV gab es 1956/57 auch einen LP250 mit UPS schwachem Viertellitermotor. Die Zweitaktmodelle wurden im Herbst 1957 jedoch endgültig aus der Produktion genommen.
Mit der Zeit gehend, wertete Lloyd sein Programm im Herbst 1958 ein weiteres Mal auf, und zwar mit dem Modell Alexander TS, das nun die ansehnliche Leistung von 25 PS bei 5000/min bot. Auch eine moderne Hinterachskonstruktion wurde eingeführt: Statt der Pendelachse mit Längsblattfedern kam nun eine gezogene, dreieckförmige Längsschwinge mit Schraubenfeder für jedes Hinterrad zum Einbau. Auf Wunsch war eine automatische Kupplung Saxomat erhältlich. Auf dem Turiner Salon überraschte ein für die Kleinserie vorgesehenes Frua-Coupe auf Alexander-Basis. Eher praktisch als elegant war dage¬gen der Halbfrontlenker-Kleinbus LT 600. Arabella - Einen mächtigen Sprung nach vorn bedeutete der im Mai 1959 vorgestellte Lloyd 900 Arabella. Er (in der Bundesrepublik: sie) war eine völlige Neukonstruktion, die sich gleich um zwei Nummern größer präsentierte als der weitergebaute «600». Der Arabella besaß eine hochelegante Karosserie mit in Peilstege ausmündender horizontaler Gürtellinie und Panoramaheckscheibe. Die Gesamtlänge war von 336 auf 380 cm angewachsen. Vor allem aber besaß der Arabella einen wassergekühlten Vierzylinder-Boxermotor von 897 cm3 Inhalt und mit 38 PS Leistung. Die Verwandtschaft mit Hansa (Ex-Goliath) 1100, der mittleren Marke des Borgward-Konzerns, war unverkennbar. Beibehalten wurden auch der Vorderradantrieb und der durch das Zentralrohr versteifte Plattformrahmen. Die Hinterradaufhängung mit gezogenen Dreiecklängslenkern entsprach der des Alexander TS. Das Frua-Coupe wurde nun den Arabella-Dimensionen angepasst.
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Der Lloyd Arabella trat in seinem Ursprungsland vor allem zu dem ebenfalls noch neuen DKW Junior in Konkurrenz, und seine Position erschien recht vielversprechend. Doch das Finanzdekabel der Borgward-Gruppe brachte eine entscheidende Wende. Die drei Marken wurden neu strukturiert, und so kam es, dass der im Herbst 1960 hinzugekommene Arabella de Luxe mit 45 PS Leistung und mehr Luxus unter dem Markennamen Borgward lanciert wurde. Der normale Arabella sowie eine Sparversion und die Typenreihe 600 einschließlich Alexander und Alexander TS verblieben im Lloyd-Programm, das 1961 (kleine Modelle) bzw. 1963 (Arabella) stufenweise auslief.




