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Frischer Schwung in uralten Berufen
- Von Bernhard Heß
- Veröffentlicht 20.11.07
- Kunst und Unterhaltung
- Nicht beurteilt
Die Präsentation von seltenem und altem Handwerk und zum Teil schon ausgestorbener Kunst erfreut sich in gegenwärtigen Zeiten auf Themenbezogenen Märkten und Verbrauchermessen großer Beliebtheit. Riesige Menschentrauben stehen um den vorführenden Kunsthandwerker und sind an den Werkzeugen, der Umsetzung und Historie seines Handwerkes interessiert. Kaum zu glauben, dass da ein Mensch aus einem Stück Holz filigrane Skulpturen mit einer beschränkten Zahl an Werkzeugen erschafft. Unmöglich, dass aus einem abgerichteten Holzbrett ein negativ und spiegelverkehrt geschnitztes Springerle Model entsteht. Faszinierend, wie ein Glasbläser mit etwas Hitze und der Kraft seiner Lunge kunstvolle Schöpfungen entstehen lässt. Erstaunlich, wie in der kundigen Hand eines Schreiners die verschiedensten nützlichen Kleinmöbel gefertigt werden. Einfach unvergleichlich, wie aus verschiedenen Glasteilen ein ganzes Glasmosaik entsteht.
An solchen Reaktionen kann man erkennen, dass dem breiten Teil des Publikums
Auf Kunsthandwerker-Märkten sollte bewusst auf den Unterschied zwischen selbst produzierendem Kunsthandwerk und fliegenden Händlern mit minderwertigen Waren geachtet werden. Beim käuflichen Erwerb derartiger Handelsware sollte man auch bedenken, dass viele dieser Produkte in ausgebeuteten Drittländern entstehen und arme Menschen, ja teilweise sogar Kinder unter unwürdigsten Bedingungen an der Fertigung solcher Waren arbeiten müssen. Durch die Anschaffung jedes Stückes wird also zwangsläufig die Billigarbeit gefördert.
Bei der Anschaffung eines kunstgewerblichen Gegenstandes sollte man sich also vom Kunsthandwerker oder Künstler selbst eingehend über die Herstellung seiner Produkte und die Herkunft der Materialien beraten lassen. Ein qualitativ einwandfreies Stück deutscher Handarbeit wird das Herz dauerhaft erfreuen.






