Derzeit verliert die Deutsche Telekom pro Halbjahr rund eine halbe Million Kunden. Dafür gibt es diverse Gründe. Einer davon ist sicherlich der Siegeszug des Handys. Seit man Handygespräche zumindest im Inland zu deutlich gesenkten Preisen führen kann, überlegen sich viele Kunden, ob sie ihren alten Telefonanschluss wirklich noch brauchen.

Wer seinen Telefonanschluss nicht für den Internetzugang braucht, gehört zu denen, die prinzipiell aufs herkömmliche Festnetz verzichten können. Denn in vielen Regionen des Bundesgebiets bekommt man schon das so genannte entbündelte DSL, das ohne einen herkömmlichen Festnetzanschluss auskommt. Dann telefoniert man übers Internet. Wer trotzdem einen Festnetzanschluss haben möchte, kann sich diesen auch von einem Alternativanbieter holen, zahlt dann aber höhere monatliche Grundkosten.

Verzichtbar ist das Festnetz oft auch für diejenigen, die sowieso fast ausschließlich mit dem Handy telefonieren. Auch für Handynutzer gibt es ja mittlerweile Flatrates zu einem akzeptablen Preis. Handykunden haben zum Beispiel die Möglichkeit, über ihren Handy-Provider nach einem Internetzugang zu fragen. Das ist dann sinnvoll, wenn man nicht allzu häufig online ist und keine großen Volumina braucht.

Bevor man seinen Festnetzanschluss kündigt, sollten allerdings einige wichtige Fragen beantwortet sein. Beispielsweise sollte man nicht regelmäßig ins Ausland telefonieren, das geht übers Handy nämlich richtig ins Geld. Wenn nicht Internettelefonie als Alternative zur Verfügung steht, sollte man das Festnetz auf jeden Fall behalten. Doch auch dann gilt: Vieltelefonierer sind mit Voice over IP in vielen Fällen schlechter bedient. Gerade ins Ausland und in die Handynetze sind die VoIP-Tarife oft lange nicht so günstig, wie die Anbieter gerne behaupten.

Entscheidend für die Frage, ob man einen Telefonanschluss übers Festnetz noch braucht, dürfte allerdings in vielen Fällen der Wohnort sein. Lebt man in einem kleinen Ort abseits der Verkehrsknotenpunkte, bleibt oft nur der herkömmliche Anschluss bei der Telekom. Was nicht das Schlechteste sein muss: Billige Vorwahlen über Call-by-Call kann man nur mit einem Telefonanschluss beim Magenta-Konzern nutzen.