In den USA gab es sie zuerst; die Italiener benutzen sie am häufigsten; in Norwegen müssen für ihren Gebrauch die höchsten Gebühren berappt werden; und die Niederländer verbringen die meiste Zeit mit ihrer Benutzung. Die Rede ist von den kleinen, piepsenden Dingern, ohne die sich die meisten von uns ihr Leben gar nicht mehr vorstellen können: Den Handys. Übrigens: Auch in Deutschland kann man sich rühmen, in Bezug aufs Handy in einer Kategorie den ersten Platz einzunehmen: Beim Kult! Tatsache ist nämlich, dass nirgendwo das Handy ein solches Statussymbol darstelltwie im Land zwischen Garmisch und Flensburg; in anderen Ländern ist das Handy in erster Linie Gebrauchsgegenstand; in Deutschland dagegen schmückt man sich mit ihm und darf sich – wenn man denn das neueste, technisch ausgereifteste und stlyschte Handy besitzt – fühlen und geben wie der King.

Eins ist allerdings auch klar: Wenn der Kult ums Handy auch übertrieben ist,verdammen sollte man es auch nicht. Man braucht ja nicht gerade in einen SMS-Gruppen Verein eintreten; aber ein Handy besitzen und immer dabeihaben sollte man schon. Bestes Beispiel: Mit der Überschrift SMS für HCAP Fan-Club Luzern berichtete eine Schweizer Zeitung über die Ehefrau eines Fußballfans, die per SMS-Rundruf einen Blutspender für ihren schwer verletzten Mann, der eine seltene Blutgruppe hat, fand. Das sollte jedem Handygegner zu denken geben. Fazit: Wenn man in einen SMS-Gruppen Verein eintritt, sollte man sich vielleicht in eine Handy-Abgewöhn-Therapie begeben; wenn man sein Handy allerdings wie die reaktionsschnelle Dame in der SMS für HCAP Fan-Club Luzern Zeitungsstory benutzt, dann ist man ein cleverer und verantwortungsbewusster Handyuser.